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Land drückt bei der Bahn permanent aufs Tempo

Der Bahnhof Neubrandenburg soll umgebaut werden. Neben einer Verlängerung der Bahnsteige werden auch die Zugänge zu den Bahnsteigen barrierefrei gestaltet.
Der Bahnhof Neubrandenburg soll umgebaut werden. Neben einer Verlängerung der Bahnsteige werden auch die Zugänge zu den Bahnsteigen barrierefrei gestaltet.

Zugreisende in Neubrandenburg sind Kummer gewohnt: Treppab treppauf müssen sie die Koffer buckeln. Mit Fahrrad, Kinderwagen oder Rollstuhl gelangen sie stets nur über Umwege durch Schranke und Gleisbett auf den Bahnsteig. Nun endlich soll Schluss sein mit diesen unzeitgemäßen Mühen auf dem Bahnhof der Viertorestadt.

Nach jahrelangem Drängen wird der Ausbau in Kürze beginnen, nur noch ein letztes Okay vom Eisenbahnbundesamt fehlt. Das kündigte der Landtagsabgeordnete der Mecklenburgischen Seenplatte, Rudolf Borchert (SPD), an. Bis 2018 wird die Deutsche Bahn rund 12 Millionen Euro in das Bauvorhaben stecken, davon kommen fünf Millionen vom Land.

"Das ist ein Teilerfolg"

Neben der längst überfälligen Barrierefreiheit ist vorgesehen, die Bahnsteige auf 210 Meter zu verlängern. „Das ist die Voraussetzung dafür, dass die ganz schnellen Züge hier stoppen können“, so Rudolf Borchert, Vorsitzender des Ausschusses für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung. Das Gremium lässt sich regelmäßig darüber unterrichten, welche Pläne die Bahn verfolgt. Für die Bahnstrecke über Neubrandenburg gibt sich Rudolf Borchert „optimistisch“. Mittlerweile begrüße die Bahn die Idee einer Südanbindung der Insel Usedom ans Streckennetz. „Das ist ein Teilerfolg.“ Vorerst jedoch nicht mehr als eine Überlegung.

Die Bahn beschäftigt in Mecklenburg-Vorpommern nach eigenen Angaben rund 4000 Frauen und Männer. „Bis zum Jahr 2016 wird das Unternehmen im Land 680 Millionen Euro investieren“, sagt Rudolf Borchert. Neben dem Ausbau der Trasse Rostock-Berlin zählen zwei Vorhaben in Westmecklenburg zu den größten Projekten: die Modernisierung der Strecke von Parchim nach Schwerin sowie die Durchfahrt des Bahnhofs Bad Kleinen. Über die Kleinstadt soll eine Bahnverbindung Lübeck-Schwerin-Berlin führen.

Mit 160 km/h über Pasewalk nach Berlin

Für die Zeit nach 2016 hat die Bahn dann unter anderem die Strecke Stralsund-Pasewalk-Berlin im Blick. Sie soll für eine Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometer ausgebaut werden, wie Rudolf Borchert informierte. Ungehalten zeigte sich sein Ausschuss über die Situation in Warnemünde. Durch das florierende Kreuzfahrtgeschäft ist der Bahnhof des Ostseebades in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden.

Die Bahn will den Ausbau für 22 Millionen Euro in Angriff nehmen, allerdings erst nach 2018. Das Land werde sich damit nicht abfinden. Ministerpräsident Sellering (SPD) habe bereits Widerspruch eingelegt und das Unternehmen aufgefordert, aufs Tempo zu drücken.

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