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Landwirte mit gemischten Gefühlen

Ludger Alpmann, Produktmanager der Deutschen Saatveredelung erläutert den rund 25 Teilnehmern aus der Landwirtschaft und Wissenschaft die Vor- und Nachteile neuer Züchtungen von Rapssorten.[KT_CREDIT] FOTOs (3): P. Jasmer
Ludger Alpmann, Produktmanager der Deutschen Saatveredelung erläutert den rund 25 Teilnehmern aus der Landwirtschaft und Wissenschaft die Vor- und Nachteile neuer Züchtungen von Rapssorten.[KT_CREDIT] FOTOs (3): P. Jasmer

VonPaulina Jasmer

Beim Rapsfeldtag kochen die Emotionen hoch: Hiesige Landwirte sehen sich vor Problemen, wie sie ohne die jetzt verbotene Beize ihren Raps groß kriegen sollen.

Kessin.Da müssen sie ganz schön rechnen, sagen Lutz Grabowski vom Landgut Grapzow und Daniel Göring, Leiter der Pflanzenproduktion der Torney Milch und Fleisch eG in Pripsleben. Wie viel Rapssaatgut kauft man für die nächste Saison? Denn gebeiztes Saatgut ist ab kommendem Jahr laut EU-Kommission verboten – wegen der Bienenvölker, deren Sterben mit der Beize in Zusammenhang gebracht wird.
Diese Verordnung gehört zu den Hauptthemen des Rapool-Rapsfeldtages in Kessin, zu dem auch viele weitere Landwirte gekommen sind. Zum einen wollen sie sich bei Ludger Alpmann, Produktmanager bei der Deutschen Saatveredelung, über die neuesten Erfahrungen bei der Rapszucht informieren. Daniel Göring schätzt die Vorträge des Fachmanns, allein deshalb sei ein Besuch des Rapsfeldtages immer interessant, meint er.
Aber zum anderen geht es eben auch um bange Zukunftsaussichten, denn mit der Beize wurden in der Vergangenheit Erdflöhe und Kohlfliegen vom im August gesäten Raps fern gehalten. Bis zum Sechs-Blatt-Stadium genießt die Pflanze so Schutz und im Folgefrühjahr können dann die Blüten sprießen. Für die Landwirte scheint die Beize demnach keine Gefahr für die Bienen darzustellen, behaupten sie.
Die Gemüter sind demnach erhitzt, auch am Rapsfeldtag. Die Landwirte fühlen sich von Pauschalurteilen überhäuft. „Natürlich läuft nicht immer alles glatt in der Landwirtschaft“, räumt Lutz Grabowski ein. Er spricht sich dabei für ein gläsernes Unternehmen aus, die Menschen sollen ruhig wissen, was im Betrieb passiert und aus welchem Grund. „Aber zum Erliegen kommen soll die Produktion nicht“, fordert er und wird dabei nicht müde, die Kommunikation zwischen Landwirten, Imkern und Verbrauchern anzukurbeln.
Zum Erliegen komme der Betrieb vielleicht nicht ganz, aber durch die verbotene Beize müssen die Landwirte zwei- oder dreimal zusätzlich spritzen, um die Schädlinge zu bekämpfen, rechnet Karl-Heinz Henschel von der Deutschen Saatveredelung vor.
Für Landwirt Axel Didt aus Hohenzieritz, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Luisenhof, zieht diese EU-Verordnung gravierende Einschnitte mit sich, sagt er.
An die 700 bis 800 Hektar Raps bewirtschaftet der Betrieb mit rund 55 Mitarbeiter. Und die Beize habe oft geholfen. Denn insbesondere zwischen den Städten Neubrandenburg und Neustrelitz registriere er ein erhöhtes Schädlingsaufkommen. „Während hier in Grapzow die Pflanzen noch gut aussehen, sind sie bei mir schon schwarz“, so Axel Didt, dem die neue Situation Kopfzerbrechen bereitet. „Man wird sehen, wie es weiter geht“, sagt der Unternehmer mit Blick auf 2014 vage.

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p.jasmer@nordkurier.de

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