Nordkurier.de

Längere Sommerferien, weniger Stress, mehr Geld

VonJörg Spreemann

Die Wirtschaftsminister der Länder peilen für die Sommerferien eine Spanne von 90 Tagen an. Die Unterstützung für diese Pläne ist groß.

Neubrandenburg.Sommer, Sonne, Strand: Mit seiner Lage knapp 200 Meter hinter den Dünen ist der Campingplatz Pommernland in Zinnowitz auf Usedom in den großen Ferien rappelvoll. „In dieser Zeit können wir keine zusätzlichen Gäste mehr aufnehmen“, bedauert Platzchef Peter Gebser. Im nächsten Jahr wird es zur Hauptsaison auf der Insel und in der Mecklenburgischen Seenplatte besonders eng. Die zuständigen Kultusminister haben für 2014 den Zeitraum für die Sommerferien in Deutschland auf 73 Tage begrenzt – 2013 liegt die Spanne noch bei 84 Tagen.
„Eine Katastrophe für Familien, die auf die schulfreie Zeit angewiesen sind“, findet Gebser, der bis zu 1500 Urlauber beherbergen kann. Ein verlängerter Ferienkorridor würde für eine gleichmäßigere Auslastung sorgen. „Und für weniger Stress bei der Anreise“, sagt er. Gebser stellt sich hinter die Wirtschaftsminister der Länder, die sich ab heute in Rostock für einen erweiterten Ferienzeitraum von 90 Tagen stark machen wollen. „Familien mit schulpflichtigen Kindern sind von dem Gedränge in Feriengebieten besonders betroffen“, begründet Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) den Vorstoß. Er erhoffe sich neben sinkenden Hotelpreisen eine bessere Auslastung in Urlaubsregionen.
„Die Sommerferienregelung muss nachgebessert werden“, fordert auch IHK-Hauptgeschäftsführer Torsten Haasch. Die Kultusministerkonferenz habe bis 2017 zu knappe Zeitkorridore festgelegt. Er spricht sich für eine Spanne von 92 Tagen aus – vom 15. Juni bis zum 15.September. Experten haben überschlagen, dass in allen deutschen Urlaubsgebieten für jeden nicht gewährten Ferientag wirtschaftliche Einbußen von bis zu 100 Millionen Euro auflaufen.
Die Kultusministerkonferenz wird sich Anfang 2014 mit dem Thema beschäftigen. Für die Initiative seines Kabinettskollegen Glawe lässt MV-Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) wenig Begeisterung erkennen. Er verweist lediglich auf das Hamburger Abkommen, das die Festlegung der Sommerferien regelt.

Kontakt zum Autor
j.spreemann@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×