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Minister will sich für neues THW-Domizil stark machen

Dicht an dicht stehen die Fahrzeuge des THW in der Garage, davon konnte sich Innenminister Lorenz Caffier (CDU) überzeugen. Vernünftige Arbeitsschutzbedingungen seien das nicht, so der THW-Landesbeauftragte Dierk Hansen. [KT_CREDIT] FOTO: A. Brauns
Dicht an dicht stehen die Fahrzeuge des THW in der Garage, davon konnte sich Innenminister Lorenz Caffier (CDU) überzeugen. Vernünftige Arbeitsschutzbedingungen seien das nicht, so der THW-Landesbeauftragte Dierk Hansen. [KT_CREDIT] FOTO: A. Brauns

VonAnke Brauns

Mit dem Domizil des THW in Neubrandenburg lässt sich kaum Nachwuchs für den ehrenamtlichen Dienst anlocken. Der Innenminister will sich in Berlin stark machen für eine andere Immobilie.

Neubrandenburg.„Hier braucht man ja einen Lehrgang zum kunstvollen Einparken.“ Innenminister Lorenz Caffier (CDU) staunte nicht schlecht, als er die Garage des Technischen Hilfswerkes (THW) in der Warliner Straße durchschritt. Dicht an dicht stehen die 13 Fahrzeuge hinter- und nebeneinander. „Wenn wir eins aus der Mitte brauchen, müssen wir alle rauspulen, beschrieb Ortsbeauftragter Detlef Bossin die Situation. Das sei nicht nur umständlich, das seien auch keine Arbeitsschutzbedingungen, bestätigte der THW-Landesbeauftragte für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein Dierk Hansen bei einem gemeinsamen Termin mit dem Minister.
Seit Jahren bemüht man sich um einen Umzug. Eine geeignete Immobilie war auch längst in der Sponholzer Straße gefunden, die Wirtschaftlichkeit berechnet. Aber als es für den Bund bei Investitionen an anderen THW-Standorten in Deutschland immer teurer wurde, zog er die Notbremse, wie Hansen beschrieb. Die Neubrandenburger, die eigentlich schon im März dieses Jahres umziehen sollten, kamen auf die Warteliste. Jetzt will sich Lorenz Caffier bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble stark machen für das Projekt. Und er hofft, dass Heinz Schewe nicht inzwischen abspringt. Dessen Immobilienfirma würde für das THW an der Sponholzer Straße ein Objekt, das früher zur Baumechanik gehörte, umbauen und dann vermieten. 8000 Euro Miete im Monat wären günstig, so der Minister, „und vor allem wäre es schnell umsetzbar“. Ewig könne er die Immobilie nicht vorhalten, so Schewe, der schon anderthalb Jahre dazu verhandelt habe, wie er sagte. „Aber ich stehe dazu.“
Die beengte Garage hat den Ortsverband, der nach dem Oder-Hochwasser gegründet wurde, schon immer gedrückt. Auch die Raumsituation darüber ist nicht ideal. Aber was man beim Einzug gar nicht bedacht habe, sei die Tatsache gewesen, dass man sich bei einer Spedition eingemietet hatte, so Geschäftsführer Bernd Lehmann, der für zehn Ortsverbände im Land zuständig ist. Gerade am Wochenende, wenn beim THW Ausbildungszeit ist, sei auf dem Hof oft der Teufel los, da stünden die Lkw manchmal in Zweierreihen.
Dazu kommt, dass es schwierig ist, mit einer solchen Situation neue Leute zu gewinnen – und die bereits Aktiven zu halten, so Detlef Bossin. „Die Helfer müssen auch mal spüren, dass es voran geht“, sagte er. 34 aktive Männer und Frauen hat der Ortsverband derzeit, dazu kommen zwölf Kinder und Jugendliche. In den schneereichen Jahren gab es besonders viele Einsätze, im vergangenen Jahr waren die ehrenamtlichen Aktiven unter anderem bei der Suche nach den Leichenteilen, dem Brand der Mülldeponie Bargensdorf und einer Hausexplosion im Einsatz.

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