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Mit „Reisepaten“ um den Globus

Seit einer Ausstellung im Oktober warten die sieben Skulpturen von Christina Rode auf der Burg Klempenow darauf, dass die große Reise losgeht.  FOTOS (2): Susann MOll
Seit einer Ausstellung im Oktober warten die sieben Skulpturen von Christina Rode auf der Burg Klempenow darauf, dass die große Reise losgeht. FOTOS (2): Susann MOll

VonSusann Moll

Kleine Abenteuer sind garantiert: Sieben prächtige Holzskulpturen gehen mit ihrer Schöpferin auf eine Reise – wenn möglich um die ganze Welt.

Klempenow.Es ist Vormittag. Die Sonne scheint. In der kleinen Bushaltestelle an der Einfahrt zur Burg Klempenow stehen etliche Leute. Bei sich haben sie sieben Sackkarren, auf die große Holzskulpturen geladen sind. Mit Spanngurten sind die Kunstwerke gesichert, sodass sie nicht herunterfallen können. Die Frauen und Männer warten dort tatsächlich auf den Linienbus, der sie samt der hölzernen Figuren ins fast 40 Kilometer entfernte Greifswald bringen soll. Von dort aus geht es noch am Nachmittag mit dem Zug weiter in Richtung Stralsund. Womit die erste Etappe der „Reise der Wartenden“ geschafft wäre.
Es soll aber noch weiter gehen – die Künstlerin Christina Rode möchte in den nächsten vier Jahren mit ihren sieben Skulpturen um die Welt reisen. An jeder Station sucht sie neue „Paten“, die ihr helfen, die Kunstwerke mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu transportieren.
Auf ihrer Reise möchte Christina Rode die sieben Skulpturen, genannt „Die Wartenden“, an öffentlichen Orten präsentieren, wie beispielsweise an diesem Tag auf dem Greifswalder Marktplatz. Sie sollen nicht wie sonst in Galerien oder Museen stehen, sondern dort, wo jeder Zugang hat. „Ich möchte, dass die Kunst in die Welt kommt“, sagt die Künstlerin. Ihr Anliegen ist es, dass Menschen, die an ihren Skulpturen vorbeikommen, sich einen Moment Zeit nehmen und sie einfach auf sich wirken lassen. Es seien keine spektakulären Arbeiten, sagt Christina Rode selbst über ihre sieben Figuren. Sie würden durch ihre Feinheiten wirken, wenn man sie länger betrachtet.
Die Biobäuerin Anne Schritt aus Strellin hat sich bereits intensiver mit einer der Skulpturen auseinander gesetzt. Als Patin begleitet sie die Figur „Für die Ungeduldigen“ bis nach Stralsund. „Ich kenne das Gefühl der Ungeduld sehr gut“, sagt sie.
Im Alltag passiert es ihr oft, dass andere reden und reden und sie warten muss, dass es endlich weitergeht. Allerdings sieht Anne Schritt in der Figur auch eine andere Facette: „Betrachtet man sie mit mehr Reife, erkennt man auch die Gelassenheit in ihr.“ Sie hat sich „Für die Ungeduldigen“ jedoch nicht nur deswegen ausgesucht: Ein Dachbalken aus einem ihrer Ställe in Strellin bildete den Rohstoff für die Holzskulptur.
Angekommen in Stralsund, sind die Skulpturen für einige Zeit im Begegnungszentrum Grünhufe zu sehen. Dort sollen sich neue „Paten“ finden, die mit den Kunstwerken weiterreisen. Christina Rode wird sie dabei begleiten. In diesem Jahr möchte sie noch in Deutschland bleiben und ihre „Wartenden“ präsentieren. Ab 2014, so ihre Vorstellung, soll es dann durch Europa und wenn möglich auch noch auf andere Kontinente – über den Globus verteilt – gehen. Die gesamte Reise wird auch im Internet in einem Blog dokumentiert.
Kontakt zur Autorin
s.moll@nordkurier.de

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