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Mit zweitem „Auge“ zu Fasan und Co.

Sitzt da nicht ein Trauerschnäpper? Schnell nimmt Lars Timm einen kleinen Vogel nahe der Baggerkuhle ins Visier, um ihn anschließend sicher bestimmen zu können. [KT_CREDIT] FOTO: A. Brauns
Sitzt da nicht ein Trauerschnäpper? Schnell nimmt Lars Timm einen kleinen Vogel nahe der Baggerkuhle ins Visier, um ihn anschließend sicher bestimmen zu können. [KT_CREDIT] FOTO: A. Brauns

VonAnke Brauns

Eigentlich hat Lars Timm seine Kamera nur zur besseren Vogelbestimmung gekauft. Inzwischen sind seine Naturaufnahmen aber mehr als das.

Altentreptow.Vögel können sehr fix sein. Hat man sie entdeckt, sind sie oft schon wieder aufgeflogen und davon. Für einen Hobby-Ornithologen ist das ärgerlich, wenn er einen Vogel nicht bestimmen kann, weil er zu schnell verwunden ist. Lars Timm hat sich deshalb vor anderthalb Jahren einen Fotoapparat gekauft. So ein Zwischending zwischen Kompakt- und Spiegelreflexkamera. „Damit bin ich im Garten rumgelaufen, habe alles geknipst und ausprobiert“, sagt der 31-jährige Altentreptower. Am Computer konnte er sich dann manchen Vogel vergrößern und dadurch sicher bestimmen. Vor einiger Zeit hat er in eine bessere Spiegelreflexkamera investiert und gemerkt, wie die Möglichkeiten gewachsen sind. Kein Ausflug, auf dem er sie nicht dabei hat. Und inzwischen sind seine Bilder mehr als eine Bestimmungshilfe für Vögel. Ganz begeistert rief der Mühlenhagener Hanshenner Dabel in der Redaktion an und schwärmte von Lars Timms Fotos.
Der gelernte Forstwirt, der in der Biogasanlage im Gewerbegebiet arbeitet, gibt sich aber ganz bescheiden. Er fotografiere meistens mit Automatikprogrammen. „Ich will ja kein Fotograf werden“, sagt er. Aber manchmal, das räumt er ein, ergebe sich eben durch Zufall das eine oder andere schöne Motiv. Da ist dieser herrliche Regenbogen am Neddeminer Wehr, die Morgenstimmung nahe Reutershof, der Morgennebel im Naturschutzgebiet Waidmannslust, der fast alles verschluckt.
Lars Timm wohnt im Ganzkower Weg, da hat er es nicht weit in die Natur. Er ist oft in den Landgraben- und Tollensewiesen unterwegs, aber auch im Stadtwald oder an der Baggerkuhle hinter seinem Haus. Er hat eine Goldammer im Abendrot festgehalten, vorbeifliegende Gänsesäger, Stieglitze, Braunkehlchen, einen Sperber auf seinem Hof, ein Steinschmätzer-Weibchen auf der Biogasanlage, Rohrammer und Schilfrohrsänger, Weinbergschnecken beim Liebesspiel, eine Eisente in Zinnowitz, einen Rehbock zwischen Teetzleben und Altentreptow, Rauchschwalben im Nest, Libellen, Schnecken, Pilze. „Gerade habe ich schöne Fasan-Bilder in Waidmannslust gemacht. Der ist nicht weggelaufen“, erzählt er. Neulich entdeckte er fünf Zwergschnepfen, die er fotografierte und zu Hause bestimmte.
Mit der neuen Kamera ist Lars Timm zwar schon viel zufriedener als mit der ersten, aber trotzdem noch nicht so richtig. Gerade bei den Tieraufnahmen sei da oft so eine Unschärfe. Den scheuen Fischotter, den er bei Werder entdeckte, hätte er auch gern näher rangeholt. Für ihn steht fest: „Die 300 Millimeter Brennweite, die ich jetzt habe, sind noch zu wenig.“ Deshalb spart er jetzt auf ein besseres Objektiv.

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a.brauns@nordkurier.de

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