
| Finanzen/Haushalt |
von Anett Seidel
|
„Es ist als würden sich Ratten im Gully verstecken und von da aus geifern“, meint Günter Lettnin aus Klockow. Der Einwohner ist noch immer sauer über die anonyme Flugblattaktion in der Gemeinde Galenbeck im Vorfeld der Bürgermeisterwahl am vergangenen Sonntag. Als feige bezeichnet der Klockower das Vorgehen der Verfasser, die nicht mit dem Namen zu ihrer Meinung stehen. „Wir wissen nicht, wer dahinter steckt“, so Günter Lettnin. Sollte der Verursacher jedoch aus den Reihen der Gemeindevertretung kommen, dann habe der dort nichts mehr zu suchen.
Der gewählte Bürgermeister Dietrich Daedelow hatte im Vorfeld mit einem Flyer die Einwohner aufgefordert, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen: „Ein Kreuz gegen die Zwangsverwaltung“. Die Flugblattverfasser hingegen haben den Schwichtenberger auf ihrem Blatt der Lüge bezichtigt. Dietrich Daedelow brauchte als einziger Kandidat eine bestimmte Mehrheit, um gewählt zu werden. Ansonsten hätte aus den Reihen der Gemeindevertretung ein Gemeindeoberhaupt gewählt werden müssen. „Ein ,Nein‘ bedeutet keine Zwangsverwaltung“, heißt es aber in der Wurfsendung. „Wir Bürger wählen demokratisch und Sie haben die Möglichkeit mit ,Nein‘ ihr Wahlrecht wahr zu nehmen“, ist dort zu lesen. Mit den Worten „Ehrlich und Fair!“ endet der Text.
„Ehrlich und fair ist der Kandidat, der sich der Öffentlichkeit stellt und nicht im Verborgenen arbeitet“, meint Gemeindevertreterin Angelika Wolmuth aus Kotelow. Jeder habe die Möglichkeit gehabt, sich um den Posten des Bürgermeisters zu bewerben. Als Abgeordnete habe sie nicht das Bedürfnis gehabt, aus den Reihen der Gemeindevertretung einen Bürgermeister zu wählen, sondern die Bürger sollten entscheiden. Das ist mit einer Wahlbeteiligung von 48,7 Prozent mit eindeutiger Mehrheit für Dietrich Daedelow (SPD) passiert (der Nordkurier berichtete). Auch Angelika Wolmuth hofft, dass niemand aus den Reihen der Gemeindevertretung hinter den Flugblättern steckt.
„Im Nachhinein kann man sagen, dass sich diese hinterhältigen Heckenschützen selbst geschadet haben“, ist sich Gabriele Bergner, Ortsteilvorsteherin aus Galenbeck sicher. Denn die gute Wahlbeteiligung dürfte am Ende unter anderem auch ein Ergebnis dieser Flugblattaktion sein.
„Die Blätter waren in den Briefkästen und niemand weiß woher diese stammen“, meint Gemeindevertreter Gerd Köppen (Wählergemeinschaft). Als stellvertretender Bürgermeister hatte der Sandhagener nach dem Rücktritt Peter Koßmehls im Sommer 2011 die Geschicke in der Gemeinde geleitet. „Fakt ist, dass im Flyer von Daedelow gelogen wurde“, ist sich Gerd Köppen sicher. Zu einer Zwangsverwaltung wäre es zu keiner Zeit gekommen, so seine Überzeugung. „Zwangsverwaltung würde bedeuten, wir werden von Friedland aus verwaltet – stattdessen hätte die Gemeindevertretung gewählt.“ Mit den Flugblättern habe er jedoch nichts zu tun.
|
|