Die Baumesse am zurückliegenden Wochenende hat es noch einmal gezeigt: Die Zeiten, da es die Städter hinaus aufs Land und ein eigenes Stück Scholle in himmlischer Ruhe zog, sind lange vorbei. Zurück in die Stadt heißt der Trend. Die Infrastruktur des „Oberzentrums“ Neubrandenburg verführt insbesondere die Generation, die sich um ärztliche Betreuung in relativer Nähe sorgt, dazu, über einen Umzug nachzudenken. Die Viertorestadt ist zwar nicht gerade Hamburg oder Köln, aber mehr los als in Groß Teetzleben, Siedenbollentin oder Pleetz ist hier wohl allemal. Mit den „Landflüchtigen“ verschwindet indes auch die Klientel für die letzten verbliebenen „Großereignisse“ in den Dörfen der Region. Ist dies vielleicht der Grund, warum ein ziemlich großes Banner mitten in Neubrandenburg für den „Karneval in Rosenow“ wirbt? Wer derzeit auf die Abbruchfläche der IGS in der Krämerstraße zusteuert, dem leuchtet die weiße Schrift auf dunkelblauem Grund entgegen. Dass es sich bei dem Angebot zum Fremdgehen an die Viertorestädter Jecken um eine Narretei handeln muss, zeigt allerdings das Datum. Die Party ist für das zweite Februarwochenende avisiert. Doch vielleicht fehlten den Rosenowern bisher nur die Leute, die das gastliche Angebot nach beendeter Feierei wieder entfernten.