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Neuwagen stehen sich in der Region die Reifen platt

Dem deutschen Automarkt geht es nicht gut. Das spüren auch die Firmen in der Region.  FOTO: Naupold
Dem deutschen Automarkt geht es nicht gut. Das spüren auch die Firmen in der Region. FOTO: Naupold

VonRobert Kiesel

Die europaweite Absatzkrise des Automobilhandels macht auch vor Mecklenburg und Vorpommern nicht Halt. Im ersten Quartal des Jahres mussten die Autohändler in der Region erhebliche Einbußen hinnehmen.

Neubrandenburg.Wenn es eine Branche gibt, auf die sich die allgemeine Finanz- und Absatzkrise spürbar auswirkt, dann die Automobilbranche. Gepaart mit dem langen Winter hat die Zurückhaltung der Kunden für „einen Einbruch gesorgt, mit dem wir umgehen müssen“, erklärt dazu Jörg Behncke, Geschäftsführer des Kfz-Verbands für Mecklenburg-Vorpommern. „Gerade in den ersten Monaten haben wir enorme Verluste im Vergleich zum Vorjahr gemacht“, sagt er weiter.
In Zahlen ausgedrückt wurden fast 20 Prozent weniger Autos angemeldet als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Seinen Optimismus hat Behncke trotz des schwachen Jahresstarts für die in Deutschland so wichtige Branche nicht verloren. Der Grund dafür liegt bereits fünf Jahre zurück und heißt Abwrackprämie. „Wir werden die Absatzzahlen des vergangenen Jahres wohl auch diesmal wieder erreichen, schließlich laufen bei all den Wagen der Abwrackprämie nun die Garantiedauern aus“, sagt Behncke. Somit könnte sich die als Konjunkturmaßnahme gepriesene Prämie aus dem Jahr 2008 für die Automobilbranche doppelt auszahlen.
Grundsätzlich aber scheint der Trend für Autohändler in MV eher negativ. 2012 hatte es landesweit 38136 Neuzulassungen gegeben, ein Jahr zuvor waren es noch 40703. „Ein Rückgang von sechs Prozent“, erklärt Behncke und schlägt den Bogen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. „Die Autobranche kann immer nur reagieren. Jede geschlossene Werft, jede Firmenpleite sorgt für Umsatzrückgang.“
Eine Strategie der Händler, dieser Entwicklung zumindest in den Bilanzen entgegenzutreten, beschreibt Michael Wegner. Der Geschäftsführer der Kfz-Innung Mecklenburgische Seenplatte hat für die letzten Wochen und Monate eine steigende Zahl von Tageszulassungen festgestellt. Hintergrund: „Die Händler versuchen so ihre Verkaufsbilanzen zu schönen und bei den Lieferanten nicht unter ferner Liefen zu landen“, erklärt der Fachmann.

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