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Nordosten rüstet sich für Schlacht gegen das Wasser

VonMarion van der Kraats, Joachim ManglerundBirgit Sander

Das Wasser in der Elbe steigt und steigt. Niedersachsen erwartet ein Rekord-
hochwasser, in Dresden mussten Hunderte ihre Häuser verlassen. Auch für MV wird die Lage bedrohlich.

Boizenburg/Potsdam.Die anschwellende Elbe-Flut rollt auf Norddeutschland zu. Die Wasserstände in Brandenburg steigen und steigen – noch ist kein Ende in Sicht und Prognosen schwierig. Die Unsicherheit sorgt vor allem in dem vom Elbe-Hochwasser bedrohten Mühlberg für Nervosität. Seit Mittwoch gilt Katastrophenalarm. Etwa 200 Bewohner mussten ein Seniorenheim verlassen. „Die Sicherheit der Menschen ist nicht mehr zu gewährleisten“, sagte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Der Wasserstand in Mühlberg erreichte 9,02 Meter, bis Freitag könnte er auf 10,20 Meter steigen. Bei der Rekordflut 2002 wurden 9,98 Meter erreicht. „Die Situation an der Elbe ist gefährlicher als an Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße“, sagte Innenminister Dietmar Woidke (SPD) in Mühlberg.
Für den Landkreis Elbe-Elster gilt seit Dienstag Alarmstufe 4. Bei Herzberg an der Schwarzen Elster brach am Mittwoch auf 20 Meter Länge ein Deich. Bei Wittenberge wird für Sonntag ein Rekord von 7,50 Meter erwartet.
Am kommenden Dienstag wird mit dem Höhepunkt des Hochwassers an den Elbe-Abschnitten in Mecklenburg-Vorpommern gerechnet. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim wurde am Mittwoch bereits Katastrophenalarm ausgelöst. Landrat Rolf Christiansen (SPD) begründete die Entscheidung, damit etwas schneller Einsatzkräfte etwa von der Bundeswehr aktivieren zu können. Erwartet werden Pegelstände von 7,90 Meter in Dömitz und 8 Meter in Boizenburg – und damit zehn Zentimeter höher als die Deichkrone.
Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) warnte, die Lage nicht zu unterschätzen. „Die Prognosen deuten auf ein Szenario hin, das wir wirklich noch niemals gehabt haben.“ Der Führungsstab tritt laut Innenministerium heute erstmals zusammen. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) mahnte in dem Zusammenhang zu Besonnenheit und Professionalität. „Wir haben jahrelang geübt und Handlungssicherheit erlangt. Die technischen und organisatorischen Vorbereitungen laufen. Die Leute vor Ort arbeiten sehr professionell, viele von ihnen haben bereits große Erfahrungen bei der Bewältigung solcher Einsatzlagen“, zeigte er sich überzeugt.
In Bayern und Thüringen beruhigte sich die Lage dagegen allmählich und vielerorts begann das Aufräumen.
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