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Nur drei überlebten Lager

Kölln.Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vor 68 Jahren brachte die Rote Armee aus vielen Orten der Region Menschen ins Internierungslager Fünfeichen in Neubrandenburg. Aus Kölln waren es allein sechs. Ortschronist Helmut Quicker erinnert daran.

„Recht eigenartig mutet es an, dass aus dem kleinen Dorf Kölln 1945 nach dem Einzug der Roten Armee sechs Dorfbewohner von den Russen abgeholt und nach Fünfeichen in das Internierungslager gebracht worden sind. Nur wenig bekannt ist, unter welchen Anschuldigungen diese Männer inhaftiert wurden. Einige von ihnen kamen zurück, die anderen verstarben dort bei den schlechten Lebensbedingungen oder an Krankheiten. Franz Lewrenz, Landwirt unter 100 Hektar gegenüber dem heutigen Friedhof, kam nicht wieder zurück. Schmiedemeister Paul Ermeling (heutiges Grundstück von Herbert Flath) kam wieder nach Hause. Stellmacher und Ortsbauernführer Wischmann verstarb in Fünfeichen. Schlachter Hermann Albrecht kehrte zurück, ebenso Hans Boy, Gutshofbesitzer Rievershof. Bürgermeister Tack, ein Nationalsozialist, kam nicht zurück. Sein Haus (später Kurt Schmidt) wurde von den Russen in Brand gesteckt. Die Sowjetarmee unterhielt in Rievershof eine Kommandantur, was eigentlich für ein Dorf untypisch war. Aus Ziegeln und anderem Baumaterial aus dem Dorf wurde ein Flachbau errichtet. Auch Möbel und Hausrat, der aus Köllner Häusern ausgeräumt wurde, brachte man für die Kommandantur nach Rievershof.“hq

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