Knapp 40 junge Menschen beteiligen sich in Blauhemden und mit rotgelben Halstüchern am Pfandfinderleben.
Neubrandenburg.Eine junge Frau mit einer Gitarre auf der Schulter. Sie ist umringt von acht Mädchen, die alle blaue Hemden und Halstücher tragen. Manch Neubrandenburger mag sich bei dieser Szene, die sich im Herbst auf dem Wall der Viertorestadt abspielte, an vergangene Pionierzeiten erinnert haben. Doch die Mädchen gehörten einer Sippe der Pfadfinder an, eine weltweite Jugendorganisation, die vor allem im amerikanischen Raum bekannt ist. Die jungen Menschen setzten sich ins Gras und zitierten singend Heinrich-Heine-Lieder, sprachen über die Unbilden der heutigen Politik und über ihren letzten großen Ausflug. Der heutige Mittwoch ist für Pfadfinder ein besonderer Tag, auch für die knapp 50 des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, denn es ist „Thinking Day“. Ein Gedenktag, an dem die weltweite Gemeinschaft der Pfadfinder und der gemeinsame Geburtstag von Robert Baden-Powell, dem ersten Pfadfinder, und seiner Frau Olave gefeiert werden. Michael Steiger vom Landesverband der Pfadfinder betont, dass dieses Andenken in diesem Jahr eher still abgehalten werde. Noch 2007 hatten die Blauhemden mit den rotgelben Halstüchern mit vielen karitativen Aktionen des hundertsten Jahrestages gedacht. In Neubrandenburg gibt es derzeit einen Stamm der Pfadfinder, der nach dem Ritter Herbord von Raven benannt ist. Worum geht es bei dieser Jugendbewegung, bei dieser Pfadfinderei? „Die Jugendgruppen, bei uns Sippen genannt, werden von ausgebildeten Jugendgruppenleitern mit Jugendleiter-Card (JuleiCa) geleitet. Die fünf Neubrandenburger Sippen treffen sich einmal in der Woche, um gemeinsam zu singen, zu basteln und zu spielen. Ein weiteres wichtiges Element ist die Fahrt. Darunter verstehen wir gemeinsame Wanderungen mit Zelt und Rucksack. Sowohl auf kurzen Fahrten in die nähere Umgebung am Wochenende wie auch bei längeren Wanderungen in den Schulferien werden die Pfadfinderinnen und Pfadfinder durch das gemeinsame Leben und Erleben in die Lage versetzt, ihre eigenen Fähigkeiten zu erkennen und zu festigen“, erklärt Jens Bordel, der Bildungsreferent des Landespfadfinderbundes. So ein eigenverantwortliches Leben in einer Gemeinschaft fördere Toleranz und Hilfsbereitschaft. Bei einer Fahrt ist die sogenannte Sippe selbständig unterwegs, nur mit Rucksack und Zelt. Der längste Ausflug ist dabei die dreiwöchige Großfahrt in den Sommerferien, welche die Sippen ins europäische Ausland führt. In diesem Jahr hat der Raven-Stamm als Ziele Frankreich, Slowenien und Schweden auserkoren, wie es heißt. Eine zweiwöchige Finnlandreise haben die Neubrandenburger Blauhemden 2012 bereits hinter sich.