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Pollenalarm! Jetzt knallen die Knospen

VonFrank Wilhelm

Endlich! Die Natur schaltet auf Frühling um. Doch für Millionen Allergiker brechen wieder schwere Zeiten an. In diesem Jahr kann’s ganz besonders zur Sache gehen.

Neubrandenburg.„Krachend voll sind die Erlen mit Blüten. Das ist extrem in diesem Jahr.“ Kay Gloyna, Biologe im Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) hat in den vergangenen Wochen immer wieder besorgt in die Kronen der Erlen geschaut. Immerhin ärgert die Baumart die Allergiker mit am meisten – neben der Birke, Weide und der Pappel.
In den kommenden Tagen werden die Erlen-Pollen aufgrund der ansteigenden Temperaturen quasi explodieren. „Normalerweise passiert das schon Anfang März.“ Liege die Zahl der Pollen pro Kubikmeter Luft in den vergangenen, kalten Tagen im einstelligen Bereich, werde die Belastung rasant steigen. „In der Pollen-Saison werden es in der Regel dreistellige Werte sein, es kann aber auch schon mal in den vierstelligen Bereich gehen“, sagt Gloyna. Dies komme aber letztlich auf den Standort an.
Aufgrund der langen Kälteperiode werde die Pollen-Saison zwar kürzer aber dafür deutlich konzentrierter ausfallen. „Das wird jetzt alles sehr schnell gehen“, sagt Gloyna. Während die Haselnuss-Bäume nur durchschnittlich mit Blüten besetzt sind, seien die Eiben relativ voll. Die Eiben-Pollen werden die Allergiker als nächstes plagen, dann folgen Weiden, Pappeln und Birken. Sind diese Bäume abgeblüht, sind die Sorgen für viele Betroffene noch nicht vorbei. Auch die blühenden Gräser sorgen später für entzündete Augen und laufende Nasen.
Das LAGuS führt in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) einen Pollenflug-Kalender, der alle zwei Tage aktualisiert werde. Er basiert auf Daten von fünf Standorten im Land – Neustrelitz, Greifswald, Rostock, Prerow, Rügen. Über den DWD kann der Kalender auch als Newsletter per Mail bezogen werden.
Wie viele Menschen von Pollenallergien betroffen sind, kann nicht klar verifiziert werden. „Da gibt es sehr unterschiedliche Schätzungen“, sagt Gloyna. Zwischen 6 und 20 Prozent liegen die Werte. Fakt ist aber, so Dr. André Hofmann, Chefarzt der Inneren Klinik II am Neubrandenburger Klinikum, dass die Zahl der Asthma-Kranken Jahr für Jahr steige. „Hauptursache sind Allergien, darunter eben auch Pollen-Allergien“, sagt Hofmann. Der Chefarzt rät Betroffenen, möglichst häufig in Regionen zu fahren, in denen die Pollenbelastung eher gering ist – beispielsweise an die naheliegende Ostsee- oder die Nordseeküste.

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