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Prügel-Vorwurf: Urteil rechtskräftig

VonPaulina Jasmer

Ein Neubrandenburger Polizist musste sich wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten – und wurde freigesprochen. Die Frist für Rechtsmittel gegen dieses Urteil ist abgelaufen.

Neubrandenburg.Im Prozess um die Prügel-Vorwürfe gegen den Neubrandenburger Polizisten Thomas H., haben beide Parteien – so auch Nebenkläger Lars H. - das Urteil akzeptiert. Es seien keine Rechtsmittel eingelegt worden, sagte Petra Hoeveler, Sprecherin des Amtsgerichtes Neubrandenburg, auf Nachfrage.
Das Schöffengericht unter Richterin Tanja Krüske hatte den 47-jährigen Polizisten vor zwei Wochen vom Vorwurf der zweifachen Körperverletzung freigesprochen (der Nordkurier berichtete). Das Gericht hatte es in der Verhandlung als erwiesen angesehen, dass, sofern der angeklagte Polizist Gewalt angewendet habe, dies im Rahmen der Gesetze erfolgt war, sprich rechtlich vertretbar gewesen sei. Mit dem Verhalten sei auch eine Form der Gefahrenabwehr verbunden gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung.
Dem Neubrandenurger Polizisten war vorgeworfen worden, vor knapp zwei Jahren einen Partygänger auf der Hochstraße im Polizeiauto geschlagen und in der Gewahrsamszelle getreten zu haben. Zu diesem Sachverhalt waren der geschädigte Lars H., der im Prozess auch als Nebenkläger auftrat, dessen Freunde, sowie die Polizeikollegen des Angeklagten gehört worden. Dabei wurde dargelegt, dass sich Lars H. gegen die Maßnahmen der Polizei zur Wehr gesetzt haben soll und es deshalb auch zur Gewaltanwendung wie einer Kopfpresse habe kommen müssen – so die Erklärung des Angeklagten. Der Nebenkläger behauptete, er habe sich von der Polizei angegriffen gefühlt.
Am letzten Verhandlungstag waren zudem eine Greifswalder Rechtsmedizinerin vernommen und die Situation auf der Hochstraße nachgestellt worden. Während der Anwalt des Angeklagten auf Freispruch plädiert hatte, forderten der Rechtsanwalt des Nebenklägers und der Staatsanwalt fünf Monate Freiheitsstrafe wegen Körperverletzung im Amt, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung, und die Zahlung von 1000 Euro für eine gemeinnützige Einrichtung. Sie sahen den Ellenbogenstoß im Auto als erwiesen an. Das Gericht folgte diesem Antrag jedoch nicht und entschied auf Freispruch.

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