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Sagenhafte Ereignisse spielen sich in der Viertorestadt ab

VonIngmar Nehls

Beim sagenhaften Märchentag verwandelte sich die Viertorestadt in einen magischen Ort voller Phantasie und Grusel.

Neubrandenburg.Was kann man gegen den Bevölkerungsrückgang der Viertorestadt unternehmen? Nun, Gantulf und seine Getreuen haben am Sonnabend eine sehr effektive Lösung gefunden. Einfach die Tore dicht machen und keinen mehr rauslassen. Einige Passanten reagierten doch sehr irritiert, als Hauptmann Oliver Glander und seine Helfer Mathias Seelow, Jakob Ramm und Martin Dießner sie anhielten und am Durchqueren des Treptower Tores hindern wollten. Wer keinen triftigen Grund für die Stadtflucht hatte, wurde trotz Schreien und Flehen in den Fangelturm abgeführt, wie vornehmlich junge Frauen erfahren mussten. Für die Zuschauer des Straßentheaters der Gesellschaft der Liebhaber des Theaters (GLT) war dies ein Riesenspaß.
Die GLT trug ganz maßgeblich dazu bei, dass sich die Viertorestadt am zweiten Sagenhaften Neubrandenburger Märchentag zu einem magischen Ort voller Phantasie und Grusel verwandelte.
In vielen Häusern gruselte es, die GLT brachte den Schrecken auf die Straße. Am Fangelturm spielte die GLT-Theatergruppe „Gelithea“ die Sage vom Nagelschmied. Am Märchentag wurde auch der Norddeutsche Bücherfrühling im Brigitte-Reimann-Literaturhaus eröffnet. Dass es in unserer Stadt auch ganz begabte Nachwuchsautorinnen gibt, davon konnten sich die Viertorestädter am Abend in der Thalia-Buchhandlung überzeugen. Dort lasen die erst siebenjährige Charlotte Quessel, die zehnjährige Johanna Trettin und die elfjährige Philine Mirsch ihre Gruselgeschichten vor. Rund 100 Kinder hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt, die drei Mädchen konnten die Schülerjury mit ihren geistreichen und witzigen Geschichten aber am meisten begeistern. „Ich hab drei Tage überlegt, bis ich auf die Idee gekommen bin“, erzählte Philine Mirsch aus Wulkenzin. Ihre Monster kommen aus dem Gurkenglas. Ein toller Einfall, der auch dem erwachsenen Publikum gut gefiel. Dass die drei Mädchen so gut schreiben können, liegt mit Sicherheit auch daran, dass sie Leseratten sind. Johanna Trettin verschlingt am liebsten Horrorgeschichten, Philine Mirsch greift schon zu anspruchsvoller Literatur wie „Die Kinder vom Bahnhof Zoo“, wie sie verrät.
Ute Kotte und Beate Biermann suchten für die Künstlerlesung Texte von Edgar Allan Poe, E.W. Heine und Stefan Hein aus. Kabarettist Silvio Witt las aus „Schuld“ von Ferdinand von Schirach vor.

Kontakt zum Autor:
i.nehls@nordkurier.de

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