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Schiffsanleger Bornmühle in schwerer See

VonAndreas Segeth

Der BUND hat gegen den Neubau des Schiffsanlegers am Tollensesee Klage eingereicht. Wegen des äußerst eng gestrickten Zeitplans könnte das ganze Projekt scheitern.

Neubrandenburg.Dunkle Wolken über dem Schiffsanleger Bornmühle: Nach Jahren des Hin und Her sollte eigentlicham 1. Julider Bau der Steganlage beginnen: Doch nun stellte der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) beim Verwaltungsgericht Greifswald einen Eilantrag, der das ganze Projekt noch stoppen könnte.
Wie Rathaussprecherin Doreen Duchow auf Nachfrage des Nordkurier mitteilte, hatte der BUND bereits im Februar Widerspruch gegen die von der Stadt Neubrandenburg erteilte Baugenehmigung für den Schiffsanleger eingelegt. Dieser Widerspruch habe sich ausschließlich gegen das Prüfverfahren und das Prüfergebnis der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Meckenburgische Seenplatte gerichtet. Die Behörde hatte dem Bau des Schiffsanlegers zugestimmt. Über diesen Widerspruch konnte bislang allerdings nicht entschieden werden, weil der Landkreis eine dafür erforderliche Stellungnahme trotz mehrfacher Nachfrage des Rathauses bislang nicht eingereicht habe, so Doreen Duchow.
Deshalb habe der BUND nun einen Eilantrag gestellt und beantragt, dass sein Widerspruch aufschiebende Wirkung hat. Sprich: Dass bis zu einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtes nicht gebaut werden darf. Ob die aufschiebende Wirkung aber tatsächlich eintritt, steht noch nicht fest. Darüber werde das Verwaltungsgericht noch befinden, so Duchow.
Sollte bis zum 1. Juli keine Entscheidung des Gerichts vorliegen, müsse die Stadt Neubrandenburg unter Beachtung aller Risiken darüber befinden, ob man mit dem Bau trotzdem beginnt oder nicht. Mit diesem Zeitpunkt steht oder fällt allerdings das ganze Projekt.
Denn in Bornmühle darf aus naturschutzrechtlichen Gründen nur in ganz bestimmten und eng bemessenen Zeiträumen überhaupt gebaut werden. Mit einer Verzögerung des Bauprojektes würden sich aber alle naturschutzrechtlichen Zeitfenster für dieses Jahr schließen. Die Fördermittel, mit denen das Projekt realisiert werden sollen, gelten nur noch für dieses Jahr.
Sollte also am 1. Juli mit dem Bau nicht begonnen werden, bedeutet es das Aus für den Schiffsanleger Bornmühle. Durch bereits ausgelöste Verträge zur Planung und zum Bau des Projektes werde der Stadt zudem ein erheblicher finanzieller Schaden entstehen, so Doreen Duchow.
Die Baumaßnahme ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt, des Landkreises und des Hotels Bornmühle. Ingesesamt sollen hier 308000 Euro investiert werden, 256000 Euro davon sind Fördermittel aus dem LEADER-Projekt.
Der BUND gab dem Nordkurier gestern trotz Zusicherung keine Stellungnahme zu dem Thema.

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a.segeth@nordkurier.de

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