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Seniorentreffs als Alternative zu Konsum und Post

Premiere für die Seniorengruppe. Erstmals war Treff in der Galenbecker Gaststätte.  FOTO: Anett Seidel
Premiere für die Seniorengruppe. Erstmals war Treff in der Galenbecker Gaststätte. FOTO: Anett Seidel

Galenbeck.Früher hatte Johanna Nürnberg schwere Technik fest im Griff. Sie fuhr mit Mähdrescher oder Häcksler auf den Acker. Jetzt ist die Frau aus Rohrkrug 73 Jahre alt und Rentnerin. Schwere Technik dirigiert sie nicht mehr, aber sie kümmert sich um die Senioren in Wittenborn, Rohrkrug, Friedrichs-hof, Galenbeck und Johannesburg.
„Wir kommen einmal im Monat zusammen“, erzählt Johanna Nürnberg. „Sonst kommt niemand aus dem Haus“, weiß die Rentnerin. Beim nächsten Mal geht es zum Fischer nach Heinrichswalde, hat die Rentnerin das nächste Ziel für die Senioren bereits im Blick.
In der Gemeinde Galenbeck ist die Seniorengruppe um Johanna Nürnberg eine von insgesamt sechs Truppen dieser Art. Fünf Betreuer sorgen für das Wohl der Rentner in der Gemeinde. Ehrenamtlich oder mit Aufwandsentschädigungen erledigen die Betreuer ihre Arbeit. „Wir wollen die Senioren aus ihrer Einsamkeit holen“, sagt Seniorenbetreuerin Reinhilde Lettnin. Konsum und Post als die klassischen Treffpunkte im Dorf gebe es nicht mehr. Der alltäglich Treff fehle. Kein Wunder also, dass die Nachmittage gut besucht sind, ist sich Reinhilde Lettnin sicher. Die Gemeinde unterstützt die Arbeit mit den Senioren.
In Galenbeck gibt es einen Seniorenbeirat, der regelmäßig zusammenkommt. Dabei geht es keineswegs nur darum, Kaffeerunden zu organisieren. Die seien auch nötig, aber das Programm der Rentner für 2013 ist umfangreich. Am 8. Juni ist Sommerkreis auf Einladung der Kirche und der Gemeinde im Schwichtenberger Pfarrhaus. Am 15. Juni ist ein Kaffeekonzert im Rahmen der 725-Jahrfeier Klockows und Schwichtenbergs geplant. Dazu sind alle Senioren aus der Gemeinde auf den Museumshof eingeladen. „Wir hatten auch schon Informationsveranstaltungen zum Pflegeneuorientierungsgesetz, zur gesunden Ernährung und zur Arbeit am Computer“, zählt Reinhilde Lettnin nur einige Höhepunkte auf. Zur 725 Jahrfeier haben die Senioren in Klockow und Schwichtenberg kilometerlange Wimpelketten genäht, um ihre Dörfern zu schmücken.an

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