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SMS für Arbeitslose spaltet Gemüter

VonUdo Roll

Über einen SMS-Service
für Hartz-IV-Empfänger wird im Internet heftig diskutiert.
Auffällig dabei ist: Im Mittelpunkt der Kritik steht nicht die Arbeitsagentur.

Neubrandenburg.Eine einfache Möglichkeit, kurzfristig auf den Termin im Jobcenter hinzuweisen, soll der neue SMS-Erinnerungsservice für Hartz-IV-Empfänger sein.So sieht es die Bundesagentur für Arbeit.
Leser des Nordkurier sind dagegen anderer Meinung: „Denen wird bestimmt nicht damit geholfen, dass man ihnen mit ’ner SMS hinterherrennt. Das wird auch nichts an deren Grundeinstellung ändern. Da muss die Hilfe, Unterstützung und auch mal der ,Tritt in den Hintern‘ viel früher erfolgen …“, heißt es dazu in einem Beitrag auf dem Facebook-Auftritt des Nordkurier.
Seitdem der Artikel über die neue SMS-Dienstleistung der Jobcenter auf der Homepage des Nordkurier erschienen ist, wird darüber im Internet kontrovers diskutiert.Viele Teilnehmer der Debatte glauben offenbar nicht daran, dass sich die Zahl der versäumten Termine beim Jobberater mit einer Kurznachricht aufs Handy oder Smartphone verringern lässt.
Andere Kommentatoren sehen in erster Linie die Arbeitslosen selbst in der Pflicht. „Die sollen sich den Termin einspeichern, dann klingelt das Ding auch zur richtigen Zeit!!!“, heißt es dazu. Oder: „…natürlich kann jeder schnell in Hartz-IV rutschen. Aber, die Leute, die da raus wollen, erscheinen auch pünktlich zum Termin und brauchen keine Erinnerungs-SMS!!!“
Daneben gibt es auch Nutzer, die hinter dem freiwilligen Erinnerungs-Service
eine neue Methode der Jobcenter vermuten, die Klienten zu gängeln. „…damit sie einen noch mehr unter Kontrolle haben…“, behauptet ein Facebook-User. Eine Warnung über die auf Wunsch angebotene Gedächtnisstütze folgt umgehend: „darum
NIE die Handynummer angeben!“
Das am Donnerstag vorgestellte Projekt findet aber auch Befürworter im Internet: „…keiner hat einen Job, der zu 100% sicher ist! Ich finde die Idee mit der SMS Klasse oder habt ihr alle kein Handy?“, schreibt ein Leser. Bislang gehört er mit dieser Meinung aber eher einer Minderheit an.

Kontakt zum Autor
u.roll@nordkurier.de

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