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Sprechender Stift begeistert junge Leser

VonAnke Brauns

Unter den Bibliotheksnutzern nimmt die Zahl der jungen Leseratten zu. Zum Welttag des Buches gab es auch dank Unterstützung durch den Förderverein weitere Neuanmeldungen.

Altentreptow.Julian mag Tierbücher. Und wenn sie auch noch sprechen – um so besser. Begeistert hörte sich der Zweitklässler aus der Burower Grundschule am Welttag des Buches vom Tiptoi-Stift, den die Altentreptower Stadtbibliothek gerade angeschafft hat, Geschichten, Lieder, Informationen und Geräusche zu dem Buch an. Der sprechende Stift macht durch Antippen zahlreiche Bücher akustisch erlebbar. Nicht nur Julian, sondern die ganze zweite Klasse aus Burow war gestern zur Bibliothekseinführung zu Gast. Es gehöre zur Leseförderung, dass die zweiten Klassen aus Altentreptow, Burow und Tützpatz einen Tag in den Holländer Gang kommen und sich erklären lassen, wie die Einrichtung funktioniert und was man als Leser wissen muss, so Leiterin Simone Marquardt.
Einige Burower Grundschüler hatten eine unterschriebene Anmeldung dabei, die die Bibliothek im Vorfeld mit einer Information für die Elternhäuser an die Schulen geschickt hatte. Denn dank des Fördervereins der Stadtbibliothek bleibt den Zweitklässlern im ersten Jahr die Nutzungsgebühr von vier Euro erspart. „Wir haben im Förderverein angeregt, einen Teil der Spenden im Rahmen der Leseförderung für die zweiten Klassen zu verwenden, die regelmäßig zu uns kommen. Die Mitgliederversammlung hat beschlossen, es für ein Jahr zu versuchen“, berichtet Simone Marquardt, die darüber sehr froh ist. Dann wolle man sehen, wie viele neue Leser die Aktion gebracht habe. Janine Breitkreutz, die die Burower Klasse als Mutter begleitete, füllte die Anmeldung für ihren Sohn Lukas gestern aus. Auch wenn es die Förderung durch den Verein nicht gäbe – „vier Euro ist ja nicht teuer“, meinte sie. Sie arbeite nicht weit entfernt und die Öffnungszeiten der Bibliothek seien lang genug, da werde es schon klappen mit den regelmäßigen Besuchen.
Die ersten Zweitklässler, die sich im Rahmen der Bibliothekseinführung im März als Nutzer angemeldet haben, waren auch schon wieder hier, erzählt Simone Marquardt. „Dadurch kommen auch Eltern in die Bibliothek, die noch nie hier waren. Das ist schön, über diese Schiene Kontakte aufzubauen“, sagt sie. Die Förderung über den Verein ist aber nicht die einzige Möglichkeit, mehr junge Leser zu gewinnen. Auch vom FerienLeseClub, bei dem die Treptower Einrichtung im vergangenen Jahr das erste Mal dabei war, hat die Bibliothek „Leser behalten, die jetzt fleißig kommen“. Inzwischen weiß Simone Marquardt, dass die Einrichtung wieder bei der Ferienaktion mitmachen kann, die Fördermittel von der Stiftung Nordmetall und vom Bildungsministerium sind bewilligt. Die verstärkten Bemühungen um junge Leser haben offensichtlich schon Früchte getragen. Waren 2011 insgesamt 103 Nutzer zwischen sechs und zwölf Jahren registriert, zählte die Bibliothek im vergangenen Jahr schon 155.

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a.brauns@nordkurier.de

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