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Stadt bleibt auf Brandkosten sitzen

Nach dem zweiten Brand auf dem Recyclinghof in Bargensdorf wird wegen Brandstiftung ermittelt, ein Täter ist noch nicht gefunden. In der Zwischenzeit ist die Fläche versteigert worden.  FOTO: A. Segeth
Nach dem zweiten Brand auf dem Recyclinghof in Bargensdorf wird wegen Brandstiftung ermittelt, ein Täter ist noch nicht gefunden. In der Zwischenzeit ist die Fläche versteigert worden. FOTO: A. Segeth

VonBärbel Gudat

Eigentlich müsste der ehemalige Eigentümer oder der Brandverursacher für die Kosten eines Feuerwehreinsatzes aufkommen.

Burg Stargard.Der Bargensdorfer Brandstifter ist noch nicht gefunden, auch wenn die Ermittlungen fast abgeschlossen sind, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler. Es sei beim zweiten Brand am 4. Mai auf dem Recyclinghof nicht Selbstentzündung wie beim ersten Mal, sondern eindeutig Brandstiftung gewesen.
Nach diesem neuerlichen Feuer muss Burg Stargard wohl zu den Außenständen von 120 000 Euro vorerst noch rund 5000 Euro dazu rechnen. Das sind jedoch noch nicht die gesamten Kosten dieses Feuerwehreinsatzes, so der Stargarder Bürgermeister, Tilo Lorenz. Es werden sicherlich noch von den Wehren weitere „Vergütungen“ für den Löscheinsatz gefordert werden. Eigentlich müssten entweder der ehemalige Grundstückseigentümer oder der Verursacher des Brandes diese Einsätze bezahlen. Doch der ehemalige Besitzer ist trotz aller Versuche nicht zu greifen und ein Brandstifter auch nicht.
Vor einem knappen Jahr brannte es auf dem still gelegten Recyclinghof im Bargensdorf zum ersten Mal. Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren der Region waren hier mehrere Tage im Einsatz. Auch das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz unterstützten die Wehren während der Löscharbeiten.
Beim zweiten Einsatz am 4. Mai dieses Jahres rückten wiederum zahlreiche Wehren an, um zu löschen, aber auch um die Brandwachen zu übernehmen. Die Hoffnung von Burg Stargard, zumindest im ersten Fall das Geld vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt aus dem hinterlegten Sicherheitseinbehalt erstattet zu bekommen, hatte sich zerschlagen. Dieses Geld wurde beim ersten Brand zum Herstellen von Brandschneisen verwendet.
Der Burg Stargarder Bürgermeister Tilo Lorenz drängt nun auf Unterstützung des Landes und des Landkreises. Aus den angeschriebenen Landes-Ministerien gab es jedoch bisher keine Reaktion auf seine Briefe.
Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat indes Hilfe zugesagt. Es wird eine gemeinsame Beratung geben, versicherte Dezernent Manfred Peters. Dazu sollen Vertreter des Staatliche Amtes für Umwelt und Landwirtschaft, des Landkreises, des Kreis-Umweltamtes sowie der Stadt drängende Fragen gemeinsam besprechen. Zum Beispiel liegt in Bargensdorf noch Recyclingmaterial im Wert von 600000 bis 700 000 Euro, schätzen Fachleute. Wer hier die Kosten für dessen Beseitigung trägt, ist noch offen. Nach Nordkurier-Informationen schwebt dem neuen Besitzer vor, auf der Fläche eine Müllverbrennungs- oder eine Solaranlage zu errichten.

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b.gudat@nordkurier.de

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