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Stiftung stiftet Bürger zum Selbermachen an

Was kann man in Treptow und Umgebung anschieben? Das wurde jetzt diskutiert. [KT_CREDIT] FOTO: dk
Was kann man in Treptow und Umgebung anschieben? Das wurde jetzt diskutiert. [KT_CREDIT] FOTO: dk

VonDenny Kleindienst

Die Stiftung der Volksbank Raiffeisenbank animiert Menschen, sich für die Region Altentreptow einzusetzen. Bei der ersten Veranstaltung wurden wichtige Probleme benannt.

Altentreptow.Man stelle sich vor, es wäre Geld da, um damit Gutes zu tun. Wo fängt man an? Am Mittwoch wurde bei einer Veranstaltung der „Bürgerstiftung Vorpommern“, einer Initiative der Volksbank Raiffeisenbank, die Frage noch konkreter gestellt. Was man für Altentreptow tun kann, wollte Michael Hietkamp, zugleich Vorstandsmitglied der Bank und der Stiftung, wissen. Die Anwesenden bekundeten ihre Sorge über die Lebenssituation vieler Kinder in der Stadt. Dass es keinen Jugendclub gibt, wie Stadtvertreter Mirko Renger sagte, ist nur eines von vielen Problemen. „Ich kenne das Problem, dass Kinder kein Mittag gegessen haben“, sagte Annerose Haak. Sie mache offene Jugendarbeit in der St. Petri Gemeinde und kaufe Kindern und Jugendlichen auch schon mal ein paar Brötchen.
Gerhard Quast vom Schulförderverein der KGS erzählte von Schülern, die aus Geldmangel nicht an Gemeinschaftsausflügen teilnehmen können. Begabten Schülern aus armen Elternhäusern schenke die Schule Fachbücher bei der Zeugnisübergabe als Belohnung für gute Noten. Solche Literatur könnten sie sich sonst nicht leisten. Er schlug deshalb vor, mögliche Stiftungsgelder für die Belange der Kinder einzusetzen.
Michael Hietkamp und Monika Meyer-Klätte, ebenfalls Stiftungsvorsitzende, sprachen sich bei der Veranstaltung in Altentreptow für eine aktive Rolle der Menschen vor Ort aus. „Wir wollen, dass in der Region separat entschieden wird, wohin das Geld geht“, so Hietkamp. Die Bürgerstiftung Vorpommern hat den großen Finanztopf daher auf mehrere kleinere Töpfe aufgeteilt. Die sind jeweils einer bestimmten Region zugeordnet. Altentreptow ist eine davon. Und zwar die mit dem kleinsten Topf. Von insgesamt 500 000 Euro, die die Volksbank Raiffeisenbank als Stiftungskapital in die Bürgerstiftung eingebracht hat, sind 57 000 Euro für Altentreptow vorgesehen. Große Initiativen lassen sich damit noch nicht starten. Denn eine Stiftung stellt lediglich die Zinsen zur Verfügung, die sie einnimmt. Bei einem Zinssatz, der laut Michael Hietkamp derzeit bei einem Prozent liegt, sind das 570 Euro im Jahr. Er hofft daher, dass Menschen mit ihrer Spende das Stiftungskapital vergrößern. „Wenn wir Zustifter finden, werden wir von der Bank den jeweiligen Betrag noch mal drauflegen.“ Mit maximal einer Million Euro wolle die Bank sich an der Stiftung beteiligen.
Neben den Geldgebern brauche man auch Zeitspender, sagte Michael Hietkamp. Diese Idee stieß bei den Altentreptowern auf offene Ohren. Bürger sollen dabei Patenschaften übernehmen und einer hilfsbedürftigen Person regelmäßig unter die Arme greifen. Eine Rentnerin könnte Kindern vielleicht sogar ein Mittagessen kochen. Gemeinsame Ausflüge oder Unternehmungen könnten dann von der Stiftung bezahlt werden. Die „Bürger für Altentreptow“, wie die Stiftung ihren lokalen Ableger nennt, treffen sich wieder am 19. Juni.

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