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„Storchenmutter“ mit scharfem Blick

Malen oder mit dem Feuerwehrauto auf Tour gehen. Das Angebot beim Storchenfest ist groß.  FOTOS: Anett Seidel
Malen oder mit dem Feuerwehrauto auf Tour gehen. Das Angebot beim Storchenfest ist groß. FOTOS: Anett Seidel

VonAnett Seidel

Da neigt man dazu an die Mär vom babybringenden Adebar zu glauben…Mit dem Eintreffen des Storches kam der Sohn von Anita Riemer seinerzeit auf die Welt. Sie ist heute „Storchenmutter“.

Brunn.Das Klappern der Störche ist Musik in den Ohren von Anita Riemer aus Brunn. Den Klängen kann sich die Rentnerin nicht entziehen, denn die Brunnerin wohnt am Wasserturm. Den hat sie von April bis August ständig im Blick, weil sie die klappernden Tiere hoch hoben auf dem Turm seit 1992 als „Storchenmutter“ im Visier hat.
So musste es kommen, lacht sie heute scherzhaft. Ihr Schwiegervater hatte jahrelang den Horst beobachtet und seine Daten an die Naturschützer gemeldet. Ein weiterer Wink des Schicksals folgt. Am 8. April 1970 kam der Sohn von Anita Riemer auf die Welt. „Um eine Stunde zeitversetzt kam der Storch nach Brunn“, erinnert sich die 63-Jährige zurück. Zufall oder nicht, sei an dieser Stelle dahingestellt.
Auf jeden Fall hat Anita Riemer nach dem Tod des Schwiegervaters die Rolle der „Storchenmutter“ übernommen und vermeldet an den Naturschutzbund (NABU), wann in Brunn die Störche landen, wann die ersten Jungen geschlüpft sind, Verluste und die Abreise in den Süden am Ende jeden Sommers.
Ihrem Schwiegervater ist es zu verdanken, dass die Brunner jetzt ganz sicher das 80-jährige Bestehen des Storchenhorstes feiern können, denn „er hat nach dem Krieg in Brunn Recherchen angestellt, wie lange es das Nest auf dem Wasserturm gibt“, berichtet die Brunnerin. Seit acht Jahrzehnten kommt Adebar in das Dorf. In diesem Jahr musste Anita Riemer jedoch schon zwei tote Jungvögel verzeichnen. Jetzt füttern die Storcheneltern noch ein Junges. „Aber das wird groß werden“, ist sich die Storchenmutter sicher.
Beim Storchenfest am Mittwoch ging oft der Blick nach oben, hauptsächlich wurde zu Füßen Adebars gefeiert. Das Storchenstudio besteht seit nunmehr sechs Jahren und hatte auch anlässlich des 80-jährigen Bestehens des Horstes zu dem Fest geladen. Wer sich ein Bild über die Vorgänge auf dem Wasserturm machen will, ist im Studio willkommen, wo eine Kamera die Bilder überträgt.

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