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Studenten bitten um ein „Kreuzverhör“ im Garten

Philine Barrawasser (v.r.), Jessie Marquardt und Janine Cüppers, Studentinnen der Hochschule Niederrhein, sind in den Dörfern der Gemeinde Galenbeck unterwegs. Hier in Sandhagen.  FOTO: Anett Seidel
Philine Barrawasser (v.r.), Jessie Marquardt und Janine Cüppers, Studentinnen der Hochschule Niederrhein, sind in den Dörfern der Gemeinde Galenbeck unterwegs. Hier in Sandhagen. FOTO: Anett Seidel

VonAnett Seidel

Über unangekündigte Besucher konnten sich die Einwohner der Gemeinde Galenbeck jetzt freuen. Studenten der Hochschule Niederrhein baten um Einlass und um ein nettes „Kreuzverhör“.

Galenbeck.„Ich habe das Gefühl, hier ist das Gras grüner als woanders.“ Janine Cüppers ist 22 Jahre alt, studiert an der Hochschule Niederrhein Ökotrophologie und steht jetzt vor der Einkaufsquelle in Sandhagen (Gemeinde Galenbeck). Gemeinsam mit Philine Barrawasser und Jessie Marquardt hat sie den blauen Baumwoll-Beutel der Hochschule gegriffen und hält Kugelschreiber und Fragebögen bereit.
Keine Frage, in Sandhagen, Lübbersdorf oder Klockow... – die drei fallen auf. Sie laufen von Tür zu Tür und wollen von den Einwohnern in den neun Ortsteilen allerhand wissen. Zum „Kreuzverhör“ sind sie oft freundlich begrüßt worden. „Einige kennen uns noch“, meint Professorin Claudia Neu.
Bereits 2006 und 2008 war sie in Galenbeck mit Studenten unterwegs. Eine Langzeitstudie führt sie im Sinn und findet im Nordosten des Landes die besten Voraussetzungen für ihr Anliegen. Eine schrumpfende und alternde Gemeinde sollte für die Untersuchungen zur demografischen Entwicklung her. Was die Einwohner nicht gerne hören, aber nur in wenigen Fällen abstreiten würden: In Galenbeck ist es so.
Über Ergebnisse können die Studenten noch nichts sagen. 2013 geht es „Rund um den Garten“. Was wird noch im heimischen Garten angebaut? Sind Einkochen und Entsaften noch in Mode? Wer hält noch Hühner oder geht zur Jagd? Zudem geht es um die Wohnsituation, um Berufschancen für den Nachwuchs und darum, welche Einrichtungen zu Fuß erreichbar sind. Auf diese Fragen haben nicht nur die drei Studentinnen Antworten gesucht, sondern zwölf weitere sind ebenfalls mit von der Partie. „Die Erhebungen fließen in eine Statistik ein“, wissen die Studenten. Freizeit haben sie kaum, denn sie möchten möglichst viele repräsentative Aussagen sammeln.
Ein Blick links und rechts ist dennoch möglich. „Es ist anders als bei uns“, sind sich die Studenten sicher. Die Dörfer seien um Mönchengladbach kompakter, enger besiedelt. „Aber auch lebendiger“, geben sie zu. Als wunderschön bezeichnen die drei Frauen vom Niederrhein die Landschaft. „Wir kommen auch vom Dorf, aber die Natur wird einem hier bewusster.“ Und obwohl Galenbeck schrumpft, die Infrastruktur kaum als gut zu bezeichnen sei, wollen sie das Wort „Kulturschock“ keineswegs hören. Den hätten sie nicht bekommen. Im Gegenteil: „Vielleicht kommen wir zum Urlaubmachen wieder“, meinen die Studenten und ziehen mit ihren blauen Beuteln durch die Dorfstraßen.

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a.seidel@nordkurier.de

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