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Theaterstück verdirbt die Lust auf ein Leben als Star

Der Castingstar „Gina Lonka“ besuchte in dieser Woche die Kooperative Gesamtschule in Altentreptow. Das Theaterstück im Klassenraum spendierte die Großmutter einer Schülerin.
Der Castingstar „Gina Lonka“ besuchte in dieser Woche die Kooperative Gesamtschule in Altentreptow. Das Theaterstück im Klassenraum spendierte die Großmutter einer Schülerin.

Statt ihrer Deutschlehrerin trat am Dienstag das Ausnahmetalent Gina Lonka vor die Klasse 8a. Zumindest behauptet Gina, dass sie eines ist. Ihr Auftreten ist dementsprechend: Sie trägt eine eng anliegende Jeans, die ihre langen Beine betont. Das Glitzertop funkelt. Ebenso die Highheels, die farblich mit dem Top abgestimmt sind. Gina hat ihre Gitarre dabei und ein tragbares Radio mit ihrem Namen darauf. Außerdem Autogrammkarten und ihre neue CD. Gina ist supergutgelaunt und laut. Die Schüler sitzen derweil hinter ihren Schulbänken. Sie wirken überfahren von so viel Selbstbewusstsein. „Ihr habt keine Ahnung wer ich bin?“, fragt die Frau, die da vor ihnen steht, schließlich.

Gina Lonka ist eine Rolle. Gespielt wird sie von Frederike Duggen vom Theater Vorpommern. Die Großmutter einer Schülerin hatte der Schulklasse das Theaterstück spendiert. Deutschlehrerin Heidrun Olschewski hat dafür die Zeit ihrer Deutsch-Doppelstunde bereit gestellt. Der Auftritt in der Schulklasse funktioniert als Solo-Stück mit nur einer Darstellerin. Es kommt ohne Bühnenbild und Requisiten aus. In dem Stück erzählt Gina Lonka ihre Geschichte: Wie sie die Schule hingeschmissen hat um ein Star zu werden. Sie nahm an einer Castingshow teil, schaffte es durch das Recall und sogar durch die K.O.-Runden.

Am Ende erreichte sie den zweiten Platz. Trotzdem machte die Show keinen Star aus ihr. Frederike Duggen spielt als Gina Lonka den Wahnsinn einer solchen Castingshow durch. Die hat außer ihrem selbst gewählten Künstlernamen nichts zu melden. Sie wird benutzt und merkt es gar nicht. Den Teenie, der für den Erfolg alles mit sich machen lässt, nimmt man Frederike Duggen jederzeit ab. Das Fazit nach dem Stück: Ob echter oder geschauspielter Castingstar – letztlich spielen beide nur eine Rolle vor.

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