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Tiere in der Wohnung: Größe nicht immer wichtig

Von unserem Redaktionsmitglied
Denny Kleindienst

Das Altentreptower Unternehmen GWA erlaubt Tierhaltung in den eigenen vier Wänden, solange sie artgerecht ist. Der Tierschutzverein meint: Insbesondere bei Hunden kommt es nicht so sehr auf die Größe der Wohnung an.

Altentreptow.„Wir sperren uns nicht generell gegen die Haltung von Haustieren“, sagt Rainer Ladendorf vom Gemeinnützigen Wohnungsunternehmen (GWA) in Altentreptow. „So ein Dobermann in der Ein-Raum-Wohnung oder Hühnerhaltung auf dem Balkon geht aber nicht.“ Der GWA ist wichtig, dass die Tierhaltung artgerecht ist und die anderen Hausbewohner dadurch nicht belästigt werden.
Ein großes Problem sei das für die GWA jedoch nicht. Es sei noch immer eine Lösung gefunden wurden, so Rainer Ladendorf. Damit entspricht das Unternehmen bereits dem jüngsten Urteil des Bundesgerichtshofes, wonach Vermieter das Halten von Tieren nicht grundsätzlich verbieten dürfen.
Viele Menschen übergeben ihre Haustiere nur schweren Herzens ans Tierheim Altentreptow, so die Mitarbeiter. Der Umzug in eine Sozialwohnung sei einer der Gründe für diesen Schritt. Christiane Porwollik, Vorsitzende des Tierschutzvereins, der das Tierheim betreibt, erinnert sich an eine Familie, die ihren Schäferhund wegen des Umzugs abgegeben hat. Er durfte in der neuen Wohnung nicht gehalten werden. „Das kommt nicht so oft vor, aber es passiert“, sagt sie. Den Menschen ihr Haustier zu verbieten, sei immer unsozial, meint sie. Zwischen Tier und Mensch könne eine sehr enge Verbindung entstehen. Das Tier sei dann eine Art Familienmitglied. „Das möchte man nicht mehr missen.“ Die artgerechte Haltung sei natürlich wichtig. „Entscheidend ist aber die Zeit draußen, nicht in erster Linie die Wohnungsgröße“, so die Vereinsvorsitzende.
Das sieht auch Andrea Brämer so, sie ist ebenfalls im Tierschutzverein und wohnt zusammen mit einer ausgewachsenen Dogge. Einmal täglich geht sie mit ihrem „Odin“ für mindestens eine Stunde raus. „Der Hund muss Zuwendung bekommen und darf nicht nur Mitläufer sein“, sagt sie. Man müsse mit ihm spielen, statt nur einen kurzen Raucherspaziergang zu machen oder zu telefonieren, ohne den Hund zu beachten.
Die Tierschützer sagen auch, wo die Tierliebe aufhört. „Man kann in einer Wohnung nicht zehn Hunde oder Katzen halten“, sagt Andrea Brämer. Zudem sei es unzumutbar, große Hunde in der sechsten Etage zu haben. Wenn die Tiere älter werden, gehe das auf die Knochen, so Christiane Porwollik. In punkto Hausfrieden sind sich die beiden mit der GWA einig. Gerade wenn die Tiere allein zu Hause sind, sollte bei den Nachbarn einmal nachgefragt werden, ob das Tier ruhig ist. Die GWA geht diesbezüglich lieber auf Nummer sicher und fragt vor dem Einzug, ob Haustiere mitgebracht werden. „Wir gucken dann, wie die Lage im Haus ist“, sagt Rainer Ladendorf.

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