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Touristinformation droht das Aus

VonAnett Seidel

Die Existenz der Stargarder Touristinformation steht auf wackeligen Beinen. Besucherzahlen von 1300 bis 1500 pro Jahr sprechen gegen den Erhalt der Einrichtung.

Burg Stargard.Internet-Informationspunkt statt Touristinformation? Diese Frage müssen sich die Burg Stargarder Stadtvertreter jetzt stellen. Sprechen sie sich gegen die Einrichtung am Marktplatz in Burg Stargard aus, dann könnten
30 000 bis 40 000 Euro im Jahr gespart werden, geht aus einer Beschlussvorlage hervor. Doch der Weg dorthin dürfte kein leichter sein.
Sparzwänge hatten die Stargarder bereits vor gar nicht langer Zeit auf die Idee gebracht, den Informationspunkt zu schließen. Damals stimmten die Stadtvertreter ganz knapp dagegen (der Nordkurier berichtete). Die Haushaltslage hat sich seitdem nicht gebessert und die Kleinstädter sind aufgefordert, ein Konzept gegen die roten Zahlen vorzulegen. Hausaufgaben haben sie mit auf den Weg bekommen, und da heißt es schwarz auf weiß: die „Aufgabe des Standortes Touristinformation nochmals zu prüfen“.
Die Besucher werden hauptsächlich telefonisch oder per E-Mail betreut und informiert. In der Touristinformation arbeitet eine Mitarbeiterin auf 30-Stunden-Basis. 1300 bis 1500 Besucher pro Jahr kommen persönlich vorbei.Lediglich im Jahr 2009 zur 750-Jahrfeier, schnellte die Zahl über die 2000er Marke.Diese Zahlen würden für sich sprechen oder besser gegen die Informationsstätte, meint Bürgermeister Tilo Lorenz auf Nachfrage. Aber das Stadtoberhaupt entscheidet nicht. Die Abgeordneten müssen zunächst am 14. Mai im Hauptausschuss über das Thema diskutieren, damit die Stadtvertreter einen endgültigen Beschluss fassen können.
Tilo Lorenz führt die desolate Haushaltslage der Stadt an, die zu solchen Überlegungen veranlasse. Der Hauptanteil der Anfragen an die Touristinfo werden per Telefon oder E-Mail gestellt. „Diese Anfragen können unabhängig vom Standort bearbeitet werden“, heißt es in der Beschlussvorlage. „Gemessen an der Zahl der persönlichen Besucher und dem aktuellen Zuschuss ist die Vorhaltung dieser Einrichtung nicht zu rechtfertigen.“ Mit dem vorgesehenen touristischen Leitsystem und einem internetgestützten Informationspunkt auf dem Markt könnten sich die Besucher auch künftig im Zentrum informieren, wenn sie nicht ohnehin gezielt den Weg zu Burg, Rodelbahn, Jugendherberge oder Tierpark wählen. Sollten die Stadtvertreter zustimmen, dann gehen die Lichter der Touristinformation zum 31. Dezember 2013 aus.

Kontakt zur Autorin
a.seidel@nordkurier.de

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