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Tränenreiche Abschiede: Zwei Leoparden weggeschickt

Von unserem RedaktionsmitgliedAnett Seidel

Für die Tierpark-Mitarbeiter in Burg Stargard war es
eine düstere Woche. Auf dem Klüschenberg wird
umstrukturiert,
deshalb mussten
zwei Großkatzen gehen.

Burg Stargard.Schwere Zeiten für die Mitarbeiter des Burg Stargarder Tierparks: In dieser Woche haben sie Leopardin Thea in Richtung Augsburg verabschiedet (der Nordkurier berichtete). Gestern hat sich auch Leopard Dareos auf die Reise nach Köln gemacht. Das Leopardenpaar gehörte seit Jahren zum Inventar des Tierparks auf dem Klüschenberg und ist jetzt ein Opfer der Finanzmisere der Stadt geworden. Denn Thea und Dareos verlassen im Zuge der lange geplanten Umstrukturierung des Tierparks die Stadt.
Die Burg Stargarder müssen aufgrund klammer Kassen die Zuschüsse für ihren Tierpark senken. Die Stadtvertreter standen sogar vor der Frage, den Tierpark zu schließen. Nur mit knapper Mehrheit haben sie sich für den Erhalt ausgesprochen. Allerdings mit der Konsequenz, die Einrichtung „in Bestand und Anzahl der Tiere und Tierarten umzuorganisieren“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.
Genau aus jenen Gründen gehen Thea und Dareos jetzt getrennte Wege in anderen Zoos. Dabei sind die Leoparden nicht die ersten Tiere, die Burg Stargard den Rücken kehren. „Ein Teil der Vögel ist schon weg“, heißt es aus dem Tierpark und auch die Tage der Hängebauchschweine sind gezählt. Von 54 Tierarten dürfen um die 20 bleiben.
Wenn böse Zungen behaupten, jetzt beginne der Anfang vom Ende, halten die Mitarbeiter im Tierpark dagegen. Die Einrichtung werde interessant bleiben, heißt es dort. Affen, Schlangen, Kängurus, Luchse, Nasenbären, Marderhund und Waschbär bleiben auf dem Klüschenberg. „Wir können weiterhin unseren Bildungsauftrag erfüllen und interessante Führungen und Veranstaltungen anbieten“, ist man sich sicher. Auch Stadtoberhaupt Tilo Lorenz bedauert den Abschied von den Leoparden. Allerdings seien es nicht nur Sparzwänge, die dazu geführt haben. „Es liegt vor allem daran, dass weder für die Tiere die Bedingungen für eine artgerechte Haltung gegeben noch die entsprechenden Sicherheitsvoraussetzungen für derartige Tiere vorhanden sind“, so Lorenz. „Veränderungen und eine Umstrukturierung der Einrichtung sind einerseits unumgänglich, um den gesetzlichen Anforderungen an solche Einrichtung gerecht werden zu können, und andererseits auch zwingende Voraussetzungen für den beabsichtigten wirtschaftlichen Betrieb der Einrichtung.“
Eine Schließung, wie von einigen Abgeordneten gefordert, sei aus seiner Sicht der falsche Weg. Burg Stargards Bürgermeister nimmt aber auch Neubrandenburg in die Pflicht. Er fordert Zuschüsse „statt warmer Worte“. „Letztlich erfüllt der Tierpark auch eine Funktion für die Neubrandenbuger, so dass eine Unterstützung gerechtfertigt ist“, so Tilo Lorenz.
Im Tierpark laufen unterdessen die Vorbereitungen für den Saisonabschluss zu Halloween. Am 31. Oktober ab 17Uhr dürfen sich Besucher auf eine gruselige und spannende Führung mit Hexe durch den dunklen Tierpark freuen. Für die schönsten Kostüme gibt es Preise und für den Gaumen allerhand gruselige Speisen.
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a.seidel@nordkurier.de

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