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Treffen an 80-Meter-Tafel

Frank Münzberger (rechts) Leiter der Neubrandenburger Tafel, und Gründungsmitglied und Ehrenamtler Anton Kaindl bereiten mit vielen Helfern das Bundestreffen vor. [KT_CREDIT] FOTO: K.-H. Engel
Frank Münzberger (rechts) Leiter der Neubrandenburger Tafel, und Gründungsmitglied und Ehrenamtler Anton Kaindl bereiten mit vielen Helfern das Bundestreffen vor. [KT_CREDIT] FOTO: K.-H. Engel

VonKarl-Heinz Engel

Der Bundesverband der Tafeln veranstaltet im Juni sein Jahrestreffen in der Viertorestadt. Der hiesige Tafel e. V. als Organisator erwartet 600 Gäste.

Neubrandenburg.Ein Bundestreffen der Tafeln hat es in der 20-jährigen Geschichte dieser sozialen Einrichtungen noch nie im Nordosten Deutschlands gegeben. Neubrandenburg macht in diesem Jahr den Anfang. Vom
6. bis zum 8. Juni tagen Vertreter von rund 900 Vereinen in der Stadt. Die Konferenz mit Rechenschaftsberichten, Vorstandswahlen, Redebeiträgen und Diskussionen findet in der Konzertkirche statt.
Wie Frank Münzberger, Leiter der mit der Vorbereitung betrauten hiesigen Tafel, informiert, haben unter anderem Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) und Landessozialministerin Manuela Schwesig (SPD) ihr Kommen zugesagt. Bei Workshops wollen sich die Teilnehmer über soziale Probleme austauschen. Für ein geselliges Beisammensein mit kultureller Umrahmung und der Würdigung ehrenamtlicher Arbeit haben die Veranstalter die Stadthalle gemietet. Auf dem Marktplatz wird zudem eine 80 Meter lange Tafel aufgestellt, an der Tagungsteilnehmer, Neubrandenburger und Besucher gemeinsam essen und sich kennenlernen können. „Das Bundestreffen wird das Ereignis sein in unserer Stadt. Das Thema Tafel findet Öffentlichkeit wie nur selten“, freut sich Frank Münzberger.
Die Stadtverwaltung, namentlich Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU), aber auch andere Vereine und Verbände haben dem Vorhaben die volle Unterstützung zugesichert, wie Münzberger deutlich macht. Der OB hofft zudem, eine für den 14. Mai geplante Stadtwette einlösen zu können. Wie es heißt, will das Stadtoberhaupt an dem Tag Läufer mobilisieren, insgesamt 5000 Kilometer zurückzulegen. Krüger selbst will dazu gehören. Partner der Unternehmung ist auch der Rewe-Markt. Er stellt der Tafel für jeden Laufkilometer zwei Kilogramm Ware zur Verfügung. Für den Fall, dass seine Rechnung nicht aufgeht, beabsichtigt der OB, einen Tag bei der Tafel Dienst zu leisten.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es mittlerweile
30 Tafeln. Sehr viel dichter sind damit aber wohlhabende Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen gesegnet. Nach Auskunft von Anton Kaindl, Gründungsmitglied der Neubrandenburger Hilfsstätte, sind in Nordrhein-Westfalen über 200 Tafeln tätig. Werden in Neubrandenburg 2000 Personen versorgt, so sind es in München 18 000.

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red-neubrandenburg@nordkurier.de

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