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Trotz Insolvenz gibt es Hoffnung bei Metallbauern

Dieses Firmengebäude im Altentreptower Gewerbegebiet sollte eine produzierende Zweigstelle von Willi Häuslers Unternehmen werden, aber daraus wurde nichts. [KT_CREDIT] FOTO: Paulina jasmer
Dieses Firmengebäude im Altentreptower Gewerbegebiet sollte eine produzierende Zweigstelle von Willi Häuslers Unternehmen werden, aber daraus wurde nichts. [KT_CREDIT] FOTO: Paulina jasmer

VonAnke Brauns
undPaulina Jasmer

Fünf von 20 Mitarbeitern der Metallbau-Firma Häusler in Altentreptow müssen ihre Arbeit vorerst ruhen lassen, ansonsten läuft der Betrieb im insolventen
Unternehmen, die Auftragslage ist gut.

Altentreptow.Selbst einen Antrag auf Insolvenz zu stellen, ist ein schwerer Schritt. Für den Altentreptower Unternehmer Willi Häusler gibt es dafür Lob vom beauftragten Insolvenzverwalter Karsten Förster. „Er hat es rechtzeitig gemacht, nachdem er erkannt hat, dass es mit einer Geschäftsbeziehung nicht weitergeht. Wir hatten dadurch genug Zeit, konnten den Faden aufnehmen, den Betrieb weiterlaufen lassen“, heißt es aus der Rechtsanwaltskanzlei. Seit dem 22. April liegt der Eigenantrag beim Amtsgericht Neubrandenburg vor, teilte Mitarbeiterin Franziska Kahle auf Nachfrage mit. Mit Beschluss vom 13. Mai sei der Insolvenzverwalter ermächtigt, die Geschicke der Firma zu leiten. Dieser hat die „vorläufige Verwaltung mit Zustimmungsvorbehalt“ zunächst weiter auf Willi Häusler übertragen. Der gründete sein Unternehmen vor 23 Jahren und entwickelte es am Stammsitz in St. Georg zu einem erfolgreichen Betrieb für Stahl-, Metall- und Maschinenbau. In die finanziellen Schwierigkeiten sei die Firma „durch Zulieferbeziehungen zu einem größeren, überregionalen Metallbauunternehmen“ gekommen, so der Insolvenzverwalter. Um diesen großen Partner ausreichend beliefern zu können, habe Häusler in zwei neue Standorte im Zehntfeldweg und im Gewerbegebiet investiert. Das große Metallbauunternehmen habe der Treptower Firma dann aber „preisliche Vorgaben gemacht, die nicht erfüllbar waren“, heißt es. Sprich: Häusler sollte zu so geringen Preisen liefern, für die er die Ware hier nicht herstellen konnte.
Die geschäftliche Beziehung, die laut Insolvenzverwalter zu einem wichtigen Standbein geworden war, endete so und Willi Häusler habe damit den finanziellen Verpflichtungen für seine Investitionen in die beiden Zweigstellen nicht mehr nachkommen können. Jetzt werde im Wesentlichen nur noch am Stammsitz gearbeitet. „Wir sind optimistisch, dass das Kerngeschäft im regionalen Bereich fortgeführt werden kann. Wir wollen dort so viele Arbeitsplätze wie möglich erhalten. Es sind Aufträge da, es gehen auch laufend neue ein. Die Lieferanten liefern ebenfalls weiter“, so die Kanzlei. In welcher Form das Unternehmen künftig weiterlaufen
könne, werde erst im Insolvenzverfahrenentschieden.
Auf der Internetseite des Unternehmens ist noch von 29 Mitarbeitern die Rede. Als der Insolvenzverwalter das Ruder übernahm, waren es 23. Drei hätten inzwischen eine andere Arbeit gefunden. Von den 20 übrigen habe man fünf freistellen müssen. 15 Mitarbeiter arbeiten weiter und bekommen Insolvenzgeld vorfinanziert. Ob die fünf Freigestellten im Unternehmen eine Perspektive haben, ist noch unsicher. „Metallbauer sind aber gefragt. Wenn sie eine andere Stelle finden, können sie das Arbeitsverhältnis sofort beenden“, so der Insolvenzverwalter.

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a.brauns@nordkurier.de

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