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Unendliche Geschichte um den Tützpatzer Birkenweg

Jürgen Wrasse fordert die versprochene Straße zu seinem Grundstück ein – und das seit über zehn Jahren. [KT_CREDIT] FOTO: P. Jasmer
Jürgen Wrasse fordert die versprochene Straße zu seinem Grundstück ein – und das seit über zehn Jahren. [KT_CREDIT] FOTO: P. Jasmer

Von unseren Redaktionsmitgliedern
Paulina JasmerundAnke Brauns

Seit Jahren redet Jürgen Wrasse mit Engelszungen auf die Gemeindevertreter in Tützpatz ein. Seine Forderung: endlich eine neue Straße im Birkenweg. Doch während die Bürgermeister wechselten, hat sich an seiner Situation nichts geändert.

Tützpatz.Und wieder hat Jürgen Wrasse den Weg zur Sitzung der Gemeindevertreter Tützpatz gesucht. Er weiß, dass er ein leidiges Thema anspricht. Aber Jürgen Wrasse wird nicht müde nachzufragen, wann die Straße vor seiner Haustür im Birkenweg endlich gebaut wird. Eine Tatsache, die ihm seiner Meinung nach zusteht, hat er doch seinerzeit – über zehn Jahre ist es her – dafür ordentlich Geld bezahlt. Damals waren es 30 Euro pro Quadratmeter, die Quittung hat der Tützpatzer bis heute aufgehoben. Das sei ein Beitrag für die Erschließung des umliegenden Landes gewesen, schildert Wrasse aus der Erinnerung. Und wenn die Flächen erschlossen und Häuser gebaut seien, dann könnte man auch eine befestigte Straße ins Auge fassen, hieß es.
„Aber jetzt, zwölf Jahre danach, sieht es doch nicht mehr so aus, dass sich noch weitere Menschen für den Birkenweg engagieren würden“, resümiert der Einwohner. Eine „endgültige Lösung“ müsse nun wirklich her. Von seinem Grundstück zu kommen, sei momentan ein Abenteuer, sagt er, der Weg gleiche einer Seenlandschaft. Außerdem würden einige Grundstücke, die verkauft sind, stark verwildern.
Bürgermeister Gunter Bilinski kennt die Thematik zu gut, obwohl bei den ersten Auftritten Wrasses vor den Gemeindevertretern noch sein Vorgänger im Amt war. Schon damals, zum Beispiel 2005 (der Nordkurier berichtete), hatten die Abgeordneten den Einwohner vertröstet. Und von einer Prüfung der Fakten und des Baurechts gesprochen. Und: Gleiches hört Wrasse auch jetzt wieder. Jetzt soll herausgefunden werden, wem nun wirklich ein Grundstück im Birkenweg gehört und derjenige soll angeschrieben, wenn nötig angemahnt werden. Bilinski sagt, man wolle „endlich Nägel mit Köpfen machen“. Die übrigen Gemeindevertreter stimmten zu und merkten an: Eigentum verpflichtet – dieselbe Aussage hat das Gremium aber bereits vor acht Jahren getroffen.
Der Birkenweg war viele Jahre im Eigentum der Treuhandgesellschaft BVVG, wurde aber inzwischen an die Gemeinde rückübertragen, erklärt auf Nachfrage Eckhard Heß vom Bauamt. Nun sei der Weg der Kommune zwar schon zugeordnet, sie stehe aber noch nicht im Grundbuch. „Dafür muss der Weg erst vermessen werden, da muss die Gemeinde noch mal viel Geld in die Hand nehmen“, sagt er. Und ob das Straßenproblem dann gelöst werden kann, bleibt trotzdem fraglich.
Mit dem Geld für die Erschließung hätten die Anwohner seinerzeit keine asphaltierte Straße, sondern den Weg im jetzigen Zustand mit „wassergebundener Decke“ bezahlt, erklärt Eckhard Heß. Wenn die Straße gebaut würde, müssten die Anwohner eine Umlage dafür zahlen. Da die Gemeinde damals die Erschließung nicht selbst finanzieren konnte, wurde für eine Teilerschließung eine Firma gefunden, erinnert der Mann vom Bauamt. Mit der habe es eine Vereinbarung gegeben, dass die Straße gebaut wird, „wenn genügend Leute bauen“. Dazu kam es aber nicht. Es wurden zwar Parzellen verkauft, aber mehrere Eigentümer entschieden sich schließlich, anderswo zu bauen.

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