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Verband schult jetzt eher die Chefs als die Bewerber

Neubrandenburg.Wer will schon gern arbeiten, wenn andere frei haben? Das ist ein Kriterium für viele junge Leute, wenn sie nach einer Ausbildung Ausschau halten. Und gerade dieses Opfer muss bringen, wer in der Gastronomiebranche oder in der Hotellerie Fuß fassen will. So berichtet es Roland Metzig vom Dehoga-Landesverband (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) auf Nordkurier-Nachfrage.
Derzeit würden Fernsehbilder die Realität verzerren: Da stehe der Koch in seiner weißen Kochweste und zaubere die tollsten Gerichte. Dass er aber in Wirklichkeit viel mit Schälen, Putzen und Brutzeln beschäftigt ist, das werde nicht gezeigt, sagt Roland Metzig. Wer als Jugendlicher in diese Branche strebt, der muss wissen, worauf sie oder er sich einlässt. Da sind auch Schulnoten wichtig. „Wer als Koch das Einmaleins nicht beherrscht oder von Kilogramm in Gramm nicht umrechnen kann, der hat es schwer“, sagt Roland Metzig.
Nichtsdestrotz ist die Branche auf Nachwuchs aus. Und die regionalen Unternehmen wüssten, dass sie guten und aufstrebenden Leuten vielerorts auch etwas bieten müssten. Sie würden dann beispielsweise eine Unterkunft für den Auszubildenden stellen. Während der Verband einst Seminare für Jugendliche organisierte, wie sie ein Bewerbungsgespräch gestalten sollen, ist dies nun anders: Der Dehoga bietet jetzt Seminare für Unternehmer, wie sie in einem Gespräch mit einem potenziellen Auszubildenen punkten können. „Und auch Einblick erhalten, mit welchen Problemen die heutige Jugend konfrontiert ist“, sagt Roland Metzig.pj

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