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Vor dem Honig kommt erste Brut

Bei so einem Wetter macht es Stephan Naujoks besonders viel Spaß, seinen Bienen zuzusehen. Bei Sonnenschein herrscht ein ständiges Kommen und Gehen in den Bienenstöcken.[KT_CREDIT] FOTO: A. Brauns
Bei so einem Wetter macht es Stephan Naujoks besonders viel Spaß, seinen Bienen zuzusehen. Bei Sonnenschein herrscht ein ständiges Kommen und Gehen in den Bienenstöcken.[KT_CREDIT] FOTO: A. Brauns

VonAnke Brauns

Nach dem langen Winter haben die Bienen einiges aufzuholen, auch beim eigenen Nachwuchs. Bis zur Rapsblüte sollten die Völker aber stark genug sein, schätzen die Imker der Region ein.

Altenhagen/Weltzin/Grapzow.Die Nachmittagssonne scheint auf die Einfluglöcher der Bienenkästen. Die Luft ist vom Summen der Bienen erfüllt, die unermüdlich starten und landen.
Ein schöner Anblick auch für Imker Stephan Naujoks. Futter sei jetzt eigentlich genug da, sagt der Altenhagener. Unter anderem aus den Weiden holen die Bienen den Pollen für ihre Brut. Nektar für den Honig komme bisher allerdings kaum zusammen. Zwei bis drei Wochen seien die Bienen schon zurück, schätzt er. Ein paar Verluste durch die lange kalte Jahreszeit habe es unter seinen knapp 25 Völkern gegeben, „aber wir sind noch ganz gut aus dem Winter gekommen“, sagt er.
Zehn Prozent Abgang seien normal, so Naujoks weiter. Wenn die Milbe zuschlage, seien die Verluste meistens schlimmer. Er hofft auf die Rapsblüte Anfang Mai. Danach könne sicher der erste Honig geschleudert werden. Mit seinen Vorräten vom vergangenen Jahr werde er aber wahrscheinlich nicht ganz bis zur neuen Ernte reichen.
Verluste durch den langen Winter haben auch andere Imker zu verzeichnen. Bei Frank Weinreich in Grapzow sind von fünf Völkern drei übrig geblieben. Der Weltziner Imker Kersten Fink weiß das genaue Ausmaß noch nicht. Als Ursache für die Verluste vermutet er, dass die Bienen in den vergangenen Wochen wegen des Schnees nicht ausfliegen konnten, um Wasser zu holen, mit dem das eingelagerte Futter verdünnt werde. Jetzt aber fliegen sie fleißig. 21 Tage bräuchten die Bienen für einen Brutvorgang. „Die Völker müssen stark sein, bis der Raps in voller Blüte steht. Wollen mal abwarten, ob das klappt“, sagt er. Wenn dann der erste Honig abgefüllt ist, kann man ihn unter anderem direkt ab dem Hof kaufen. Die Finks vermarkten einen großen Teil ihres Ertrages aber auch entlang der Ostseeküste.
Stephan Naujoks verkauft den meisten Honig über sein Geschäft in Demmin, wo er einen Elektroservice betreibt. Bei rund 25 Völkern sei das kein Problem. Von Kindheit an ist er mit der Imkerei aufgewachsen, hat seinem Vater oft zugesehen und geholfen. Vor der Wende betrieb der gelernte Elektriker die Bienenwirtschaft auch noch eine Weile beruflich, das lohnte sich dann aber nicht mehr, erklärt er.
Jetzt ist es sein Hobby, aber eins, für das er viele Stunden ans Bein bindet. Zumal sich der 53-Jährige auch der Zucht von Bienenköniginnen verschrieben hat, die viele Imker bei ihm kaufen.

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a.brauns@nordkurier.de

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