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Wissensdurst noch lange nicht gestillt

Franziska Richter ist nun im achten Semester. Das letzte Semester ihres Bachelor-Studiums. Sie studiert Naturschutz und Landnutzungsplanung an der Hochschule Neubrandenburg. Doch was jetzt? Gleich arbeiten? Nein, dazu sei ihr Wissensdurst noch zu groß, sagt sie. Wie gut, dass gerade zum neuen Wintersemester ein auf ihrem Bachelor aufbauender Masterstudiengang eingeführt wird. Die Bewerbung hat die 24-Jährige bereits abgegeben. Nun muss sie nur noch ihre Bachelor-Arbeit erfolgreich hinter sich bringen, dann kann es weitergehen.

Nach dem praxisbezogenen Bachelor konzentriere sich der Masterstudiengang „Landnutzungsplanung“ mehr auf die wissenschaftlichen Aspekte, erklärt Professor Dr. Peter Dehne. Die einzelnen Studieninhalte der vorherigen vier Jahre werden dann miteinander verknüpft und komplexer betrachtet. Das reizt auch Franziska Richter an dem Aufbaustudiengang. „Nachdem ich die einzelnen Aspekte in den Vorlesungen kennengelernt habe, fange ich nun gerade an, die Zusammenhänge zu sehen“, erklärt sie. So müssen in einem Landstrich viele Ansprüche vereint werden, Landwirtschaft und Tourismus ebenso wie Naturschutz. Im Master möchte sie dieses Wissen vertiefen. Aber auch auf andere Planungsmethoden und -verfahren, die in einer Veranstaltung des neuen Studiengangs thematisiert werden, ist sie gespannt. Besonders die Verfahren der Landnutzungsplanung, an denen die Bürger in der betreffenden Region aktiv beteiligt werden, findet sie interessant. „Ich denke, viele Verfahren, die heute genutzt werden, sind überholt. Es geht nicht mehr ohne die Beteiligung der Menschen, die durch die Maßnahmen beeinflusst werden“, sagt die 24-Jährige.

Natürlich habe sie auch erst überlegt, den Master in einer anderen Stadt zu machen. „Aber warum?“, hat sie sich dann gefragt. Ihr gefalle die Stadt und auch ihre Unterkunft. „Und es ist nicht so weit weg von zu Hause“, sagt Franziska Richter, die in Prenzlau aufgewachsen ist. Außerdem gefalle ihr die familiäre Atmosphäre an der Hochschule Neubrandenburg. Die Studenten stehen in engem Kontakt mit den Dozenten, die immer ein offenes Ohr für sie haben. „Ich hatte nie das Gefühl, dass ich störe“, so die Studentin.
Nach dem Master kann sie sich gut vorstellen, im öffentlichen Dienst im Bereich Natur- und Umweltschutz oder Landnutzung zu arbeiten. Durch das Aufbaustudium habe sie hier auch die Möglichkeit in den höheren Dienst einzutreten. In einem Referendariat würde sie eine zusätzliche Fachausbildung machen und diese mit einem Staatsexamen abschließen.

Erfahrungen in einer Behörde konnte sie bereits in ihrem Praxissemester sammeln. Im Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen hat sie ein halbes Jahr gearbeitet und dabei festgestellt, wie viel sie in ihrem Studium bereits gelernt hat. „Ich war selbst überrascht, wie gut meine Artenkenntnisse sind“, gibt sie 24-Jährige zu. Franziska Richter spielt allerdings auch mit dem Gedanken, nach den zwei Semestern im Master noch ihren Doktor zu machen. Auch dies ist nur mit dem Masterabschluss möglich.
 

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