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Ab ins Beet! Gemeinde braucht Hilfe

Mitarbeiter des Feldberger Bauhofes pflegten gestern die Staudenbeete am Bahnhofskreisel. Während sie in Feldberg schuften, wuchern in vielen abgelegenen Ortsteilen Gras und Wildpflanzen ungehindert weiter. [KT_CREDIT] FOTOs: Susanne Böhm
Mitarbeiter des Feldberger Bauhofes pflegten gestern die Staudenbeete am Bahnhofskreisel. Während sie in Feldberg schuften, wuchern in vielen abgelegenen Ortsteilen Gras und Wildpflanzen ungehindert weiter. [KT_CREDIT] FOTOs: Susanne Böhm

VonSusanne Böhm

Den Mitarbeitern
des Feldberger Bauhofes wachsen Gras und Kraut über den Kopf.
Sie kommen mit dem Mähen
nicht mehr nach.
Die Kommune
hofft auf Unterstützung
der Einwohner.

Feldberg.Sie mähen, sensen und sicheln, was das Zeug hält – aber Gras und Kraut wachsen schneller, als es die Mitarbeiter des Feldberger Bauhofes stutzen können. Dem kommunalen Ordnungstrupp wächst die Arbeit über den Kopf. Viele Stellen in der Feldberger Seenlandschaft sind zur Zeit nicht so adrett, wie es Touristen in einem Urlauberparadies erwarten. Ob an Straßenrändern, auf Wanderwegen, Spielplätzen oder an Badestellen – vielerorts wuchert es. Ordnungsamtsleiter Reiner Stöhring beschreibt die Situation so: „Wir schaffen es nicht mehr, den Pflegestandard zu halten, den wir vor zehn Jahren hatten. Die Situation ist nicht befriedigend.“
Schuld ist eine Verquickung zweier Umstände. Zum einen macht der Ausfall staatlich geförderter Arbeitskräfte der Seenlandschaft zu schaffen, wie vielen anderen Kommunen auch. Einst gab es ABM-Kräfte, später konnten Städte und Gemeinden auf sogenannte Ein-Euro-Jobber vertrauen. Solche Möglichkeiten gibt es heute kaum mehr.
Zum anderen hat der lange Winter den Bauhof-Mitarbeitern viel Zeit geraubt. Im März, als sie eigentlich Streusand und Winterdreck von den Straßen und aus Regeneinläufen räumen wollten, machten ihnen Eis und Schnee einen Strich durch die Rechnung. Und jetzt, da sie sich eigentlich um die Grünflächen kümmern wollten, sind noch nicht einmal alle Straßen gereinigt. „Uns fehlen vier Wochen, der ganze März“, so Reiner Stöhring. Problemstau. Es hapert besonders in den Dörfern, die am Rande der fast 200 Quadratkilometer großen Gemeinde liegen. Fünf Bauhof-Mitarbeiter und ein Gemeindearbeiter müssen 800 Regeneinläufe leeren und 25 Bushaltestellen, 18Spielplätze und 15 Badestellen pflegen. Hinzu kommen viele Kilometer Straßen und Wege, etliche Staudenrabatten und vieles mehr. Das Arbeitspensum ist bisweilen schier unüberschaubar. Reiner Stöhring hatte gestern nicht für alles die genaue Anzahl parat.
Die Gemeinde will das Problem in den Griff bekommen, indem sie versucht, zwei Helfer zu gewinnen, die auf Basis geringfügiger Beschäftigung arbeiten. „Wir sind im Gespräch mit der Beschäftigungsgesellschaft IPSE, wir brauchen Manpower“, sagt der Ordnungsamtsleiter. Weil das nicht reichen wird, sieht die Gemeinde aber auch die Einwohner in der Pflicht. Wem es wichtig ist, dass seine Heimat so gepflegt bleibt, wie er es gewöhnt ist, müsse helfen. „Es ist ein Aufruf an den Gemeinsinn von Dorfvereinen und allen Einwohnern.“ Jeder Hausbesitzer möge den Streusand vor seinem Grundstück entfernen. Parallel versuche die Gemeinde, ihre eigenen Straßen zu kehren. Zusätzlich sind alle Einwohner ermuntert, an Stellen aktiv zu werden, die ohne ihre Hilfe brach liegen würden. Der Feldberger Sportverein, der Anglerverein Feldberger Seen und ein paar Einzelpersonen gehen bereits mit gutem Beispiel voran.

Kontakt zur Autorin
s.boehm@nordkurier

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