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Abriss ist gefährlich, Erhalt wird teuer

An der Bruchstraße 6/6a ist ein Gerüst aufgestellt worden. Dort wird es in den kommenden Tagen Reparaturen zur Verkehrssicherung geben, informiert die GWG als Eigentümer.  FOTO: marlies steffen
An der Bruchstraße 6/6a ist ein Gerüst aufgestellt worden. Dort wird es in den kommenden Tagen Reparaturen zur Verkehrssicherung geben, informiert die GWG als Eigentümer. FOTO: marlies steffen

Von unserem RedaktionsmitgliedMarlies Steffen

Das Schicksal des Hauses
in der Neustrelitzer Bruchstraße ist ungewiss. Eine Sanierung würde sehr hohe Kosten verursachen.

Neustrelitz.Abriss oder Sanierung – Frank Weißbach ist hin und her gerissen. Der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) würde das schon zehn Jahre leerstehende Haus in der Bruchstraße 6/6a gern erhalten. Indessen, die dafür anstehenden Sanierungskosten sieht er als für die GWG allein nicht zu stemmen an.
Aktuell hat die GWG der schlechte Zustand des Gebäudes zu Verkehrssicherungsmaßnahmen veranlasst. Seit Wochenmitte kündet einGerüst davon. Das Dach wird repariert, die Antennen werden abgebaut und der lose Putz an der Fassade wird abgeschlagen. Etwa 15 000 Euro wird das Unterfangen kosten, schätzt Frank Weißbach ein.
Ungewiss bleibt die Zukunft des Gebäudes dennoch. In den 90er Jahren sollte essogar schon einmal abgerissen werden, der Antrag dazu wurde mit Verweis auf den Denkmalschutz abgelehnt. Ein ebenfalls in der zweiten Hälfte der 90er Jahre erarbeitetes Gutachten spricht von erheblichen baulichen Schäden aufgrund des schwierigen Untergrunds, von Setzungsrissen an den Außenmauern und von einer Gebäudeneigung, die pro Zimmer bis zu zehn Zentimeter Höhenunterschied ausmachen würde. Ein Abriss könnte allerdings auch die Statik derGebäude in der Nachbarschaft gefährden. Insofern könnten hier nicht absehbare Kosten für eine zusätzliche Sicherung anfallen.
Im Falle eines Abrisses möchte die GWG das Areal auch nicht selbst wieder neu bebauen. Das müsste durch einen anderen Investor geschehen. Hofseitig gehören der neuwo und der Stadt Grundstücke. Mit der neuwo sei das Thema Abriss besprochen worden, sie würde ihr Grundstück auch einem neuen Investor zur Verfügung stellen, weiß Frank Weißbach.
Dennoch, die Vision von einer Sanierung hat Frank Weißbach nicht aufgegeben. Im Herzen hängt er wohl auch ein bisschen an dem Haus. Es wurde 1927 von dem Architekten D. Amthy errichtet. Dieser war auch Gründer der GWG, die Bruchstraße 6/6a war das erstes Haus der Genossenschaft.
Heute befindet es sich immer noch an städtebaulich prominenter Stelle. Eine Sanierung ist für Weißbach nurrealistisch, wenn ein Großteil der Kosten durch Fördermittel getragen wird.
Aus der Stadtverwaltung hieß es in dieser Woche, dass ein Konzept für das Arealentwickelt werde und man vom Erhalt der Bebauungausgehe (der Nordkurier berichtete). Weiter sind diePläne aber offenbar noch nicht. Frank Weißbach würde es sicher freuen, wenn
die Bruchstraße 6/6a auf der Prioritätenliste wichtigerinnerstädtischer Gebäude einen Favoriten-Platz erhielte. Vielleicht ist ja nach Stadtkirche und Krankenhausdieses Gebäude dran, sagt er.

Kontakt zur Autorin
m.steffen@nordkurier.de

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