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Als „Aufklärer“ zum ersten Mal im Norden

Marc Friedrich (links) und Matthias Weik  FOTO: pr
Marc Friedrich (links) und Matthias Weik FOTO: pr

Neustrelitz. Mit ihrem Buch „Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“ stürmten Matthias Weik und Mark Friedrich die Bestsellerlisten. Das Buch beschäftigen sich damit, warum das globale Finanzsystem auf Dauer nicht funktionieren kann. Es geht um das Verhalten der Banken und die Frage, ob nicht auf Handlungsbedarf für die Politik gegeben ist. Am 23. April stellen Matthias Weik und Marc Friedrich
ihr Buch um 18 Uhr im
Royal Inn Parkhotel Fasanerie in Neustrelitz vor. Mit ihnen sprach Marlies Steffen.

Wie geht’s Ihrem Konto seit dem Bestseller?Gehören Sie jetzt eher zu den Reichen, die immer reicher werden?
Marc Friedrich:Wie es meinem Konto geht, weiß ich nicht, da ich nicht mit ihm kommuniziere. Des Weiteren gehört meiner Ansicht nach Geld überall hin, aber nicht aufs Konto. Spätestens seit Zypern leuchtet dies auch immer mehr Menschen ein. Die Entwicklungen inZypern haben wir im Buch vorhergesagt. Zu den Reichen, die immer reicherwerden, gehören unbekannte Autoren in der Regel nicht – es sei denn, Sie schreiben so etwas wie „Shades of Grey“ oder „Harry Potter“. Ein Sachbuch erreicht jedoch zumeist nicht eine solche Auflage.

Warum haben Sie das Buch geschrieben?
Matthias Weik:Das Buch war für uns vonAnfang an ein Akt der Zivilcourage. Das merken dieLeute auch auf unseren Vorträgen, dass wir es wirklich aus Leidenschaft machen und eine tiefere Intentionhaben. Wir wollen unsereMitmenschen darauf aufmerksam machen, was kommen wird. Die Krise ist seit über fünf Jahren nicht gelöst worden. Wir haben versucht, die schier unendlichen Informationen zu filtern und die Quintessenz auf Papier zu bringen. Hierfür haben wir bewusst einen Stilbruch begangen. Wir wollten nicht ein weiteres langweiligesFinanzsachbuch mit viel Fachchinesisch schreiben, sondern so schreiben, wie wir reden und wie uns auch jeder versteht. Sei es eine 16-Jährige Schülerin oder ein 70-Jähriger Rentner. Dies alles dazu noch gespickt mit Cartoons, Humor und einer Prise Zynismus – denn sie können unsalles nehmen, aber nicht unseren Humor!

Wie reagieren Banker und Politiker auf das Buch?
Friedrich:Die Meinungen sind geteilt. Manche finden das Buch gut, manchen gefällt es nicht und mache sagen uns, dass sie das Buch gut finden, dies jedoch nicht offiziell kommunizieren dürfen. Ich bin gespannt, was Frau Merkel oder Herr Steinbrück zu dem Buch sagen – leider haben sie sich bisher noch nicht bei uns gemeldet und auch noch keiner der „Vorturner“ unserergroßen Banken gab uns ein Feedback. Wir sind jedoch frohen Mutes und wünschen den Damen und Herren viel Freude beim Lesen.

Sehen Sie sich als Missionare, haben Sie die Hoffnung, dass sich etwas ändern wird – oder brauchen wir alle den großen Crash, bis wir aufwachen?
Weik:Missionar ist etwas zu hoch gegriffen. Jedoch möchten wir die Menschen aufrütteln und ihnen aufzeigen, dass es so nicht weitergehen kann und wird. Dies sehen wir als unsere Pflicht an. MeineHoffnung ist, dass immer mehr Menschen aufwachen und dadurch „der große Crash“ nicht zu heftig wird. Es stellt sich jedoch nicht die Frage, ob, sondern lediglich wann der Crash kommt. Leider hat es die Vergangenheit gezeigt, dass notwendiges Umdenken und Umlenken erst durch ein katastrophales Ereignis erzwungen wird.

Sie wurden von einer Steuerkanzlei eingeladen. Kommt diese Berufsgruppe öfter auf Sie?
Friedrich:Nein, wir wurden schon von vielen spannenden Menschen eingeladen, es ist jedoch das erste Mal, dass wir von einer Steuerkanzlei eingeladen werden.

Wo durften Sie Ihr Werk überhaupt schonvorstellen?
Weik:Da wir aus dem Süden Deutschlands kommen, halten wir die meisten Vorträge im Süden Deutschlands. Unsere nördlichste Buchvorstellung war in Berlin.

Welches ist das häufigste Argument, das Sie hören, wenn Sie mit Ihren Lesern insGespräch kommen?
Friedrich:Das kann doch gar nicht sein. Wie konnten wir uns nur so hinters Licht führen lassen.

Der Eintritt zum Vortrag mit Ihnen beläuft sich
für einen Teil der Besucher auf 20 Euro. Finden Sie das in dieser Region, die
weder mit Arbeitsplätzen noch mit gut bezahlten Jobs gesegnet ist, angemessen?
Weik:Da wir eingeladen sind, haben wir keinen Einfluss auf die Eintrittspreise.

Erzählen Sie uns bitte kurz etwas zu Ihrem Werdegang!
Friedrich:Wir sind beide studierte Betriebswirtschaftler und befassen uns schon sehr lange mit dem Thema Finanzen. Das Buch war mehr ein Nebenprojekt, welches wir in unserer Freizeit geschrieben und bei einem kleinen Wissenschaftsverlag veröffentlicht haben. Unser Ziel war es, 500 Bücher in zwei Jahren zu verkaufen – jetzt sind es ein paar mehr geworden.

Können Ihre Leser noch mehr Bücher erwarten?
Weik:Eigentlich hatten wir nicht die Absicht, ein weiteres Buch zu schreiben, aber die „Spaßvögel“ der Finanzindustrie und der Politik lassen uns keine Wahl. Es wird ein weiteres knallhartes, schonungsloses und sarkastisches Buch kommen. Wann es fertiggestellt sein wird, kann ich leider noch nicht sagen.Tickets für die Lesung gibt es nur unter 03981 203291.

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