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Alter Feldpostbrief: Paul Zemmins Nachfahren gesucht

Diesen Feldpostbrief aus dem Jahr 1917 schrieb Paul Zemmin an seine Lieben in Strasburg.  Repro: NORDkurier
Diesen Feldpostbrief aus dem Jahr 1917 schrieb Paul Zemmin an seine Lieben in Strasburg. Repro: NORDkurier

VonRita Nitsch

Ein sehr persönlicher Feldpostbrief eines Strasburgers aus dem Jahr 1917 fand sich in einer Kiste voller Ansichtskarten. Eine Blankenseerin möchte diesen gerne der Familie zurückgeben.

Blankensee/Ramin.Es war vor zwei Jahren, als in Ramin ein Haus verkauft und der Haushalt aufgelöst wurde. Zu jener Zeit fand eine große Kiste mit alten Ansichtskarten den Weg zu Alicja von Spiczak-Brezinski in Blankensee. Zwischenzeitlich geriet diese Kiste in Vergessenheit. Doch jetzt nahm sich die Mitinhaberin der Gaststätte „Gospoda“ noch einmal der Sache an. Dabei fand sie im Karton einen Feldpostbrief von Paul Zemmin, geschrieben an seine Eltern und Geschwister in Strasburg, Mühlenstraße 27; verfasst am 13. März 1917 in Russland. „Dieser enthält sehr persönliche Botschaften. Wenn es noch Nachfahren in der Region geben sollte, möchte ich den Brief gerne übergeben“, so die Blankenseerin. So schrieb der Soldat an seine Lieben: Liebe Eltern und Geschwister, man freut sich immer wieder Nachricht von Zuhause zu erhalten. Wir haben jetzt hier einen neuen Führer, der bisher in der Kolonie gedient hat. Er ist sehr streng und straft oft. … Jetzt hat wohl bald alles seinen Höhepunkt erreicht. Aber wenn die Not am größten ist, dann heißt es auf Gott vertrauen. Es kann doch nicht mehr lange Krieg sein. Aber wann wir wieder in Stellung kommen ist ungewiss. …. Wenn bloß die Zeit da wäre, dass wir den Rock ausziehen können. Die Hauptsache ist, dass wir gesund und heil bleiben. Dann wird sich das andere schon finden. Nun seid alle herzlich gegrüßt von eurem Sohn Paul. Im Nachsatz ist noch zu lesen: Hier ist es wieder kälter geworden. Der Winter will sich immer noch nicht verabschieden. Wenn der Schnee erst auftaut, dann gibt es viel Wasser.
Nach Recherchen der Pasewalker Zeitung ist ein Paul Zemmin aus Strasburg im Online-Projekt Gefallene/Denkmäler registriert. Hierin gibt es unter dem Namen den Eintrag: gestorben am 25. September 1918. Im November 1918 endete der Erste Weltkrieg. Weltweit starben neun Millionen Soldaten und sechs Millionen Zivilisten.
Wer noch Näheres über Paul Zemmin und seine Familie weiß, der sollte sich beim Nordkurier unter Telefon 03973 203710 melden.

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