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Alter Schwede! Skandinavier suchen ihren Vorfahren

Schwedische Ahnenforscher suchen in Woldegk Spuren ihres Vorfahren. Stadtchronist Karl Mietzner (Dritter von links) führte sie durch Woldegk. Amtsleiter Dieter Eickhoff (Zweiter von links) begrüßte die Gäste. [KT_CREDIT] FOTO: Susanne Böhm
Schwedische Ahnenforscher suchen in Woldegk Spuren ihres Vorfahren. Stadtchronist Karl Mietzner (Dritter von links) führte sie durch Woldegk. Amtsleiter Dieter Eickhoff (Zweiter von links) begrüßte die Gäste. [KT_CREDIT] FOTO: Susanne Böhm

VonSusanne Böhm

Um ein paar winzige Spuren von Friedrich Mühlenbock
zu finden, reisen Ahnenforscher aus Göteborg nach Woldegk.

Woldegk.Sein Geburtshaus steht längst nicht mehr, keine Straße ist nach ihm benannt, geschweige denn erinnert ein Denkmal an ihn. Friedrich Mühlenbock hat in seiner Geburtsstadt Woldegk kaum Spuren hinterlassen. Ganz anders im schwedischen Göteborg, in das er als Maurergeselle im Jahr 1856 auswanderte: Dort ist sein Name vielen bis heute ein Begriff. Es gibt einen Park, der seinen Namen trägt, prächtige Häuser, die er erbauen ließ oder kaufte und einen Verein, der seine Geschichte erforscht. Sechs Mitglieder dieses Vereins, sämtlich Nachfahren Friedrich Mühlenbocks, waren jetzt in Woldegk, um nach Hinweisen auf ihren Ahnen zu suchen.
Sie fanden nicht viel, aber Woldegks Stadtarchivarin Gunhild Wosny verhalf ihnen zu ein paar schriftlichen Belegen für Friedrich Mühlenbocks Zeit in Woldegk. Auf zwei Dokumenten aus den Kirchenbüchern der St. Petri Kirche steht sein Name. Die Archivarin überreichte den Ahnenforschern Kopien der aus den Jahren 1833 bis 1852 stammenden Bücher. Die Papiere werden Teil einer Ausstellung, die der Mühlenbock-Verein in Göteborg eröffnen will. Stadtchronist Karl Mietzner führte die Schweden durch Woldegk und zeigte ihnen Bauwerke, die schon zur Zeit Friedrich Mühlenbocks standen, zum Beispiel die Museumsmühle aus dem Jahr 1883.
Seit 1999 forschen die Vereinsmitglieder zur Geschichte ihres Vorfahren. „Sein Leben war sehr interessant“, sagt Birgitta Rosenhall. „Er war exzentrisch, hat exotische Tiere in seinem Park gehalten, ist mit einem Ballon geflogen – es gibt viele solcher Geschichten.“Mühlenbock war der erste, der in Schweden ein Im- und Exportgeschäft für den Handel mit Deutschland aufmachte. Mit Heringen und Preiselbeeren brachte er es zu Reichtum.
Die schwedischen Ahnenforscher waren nicht zum ersten Mal in Woldegk. Bereits im Jahr 2002 besuchte eine zwölfköpfige Delegation die Stadt. Die Schweden wollen wiederkommen.

Kontakt zur Autorin
s.boehm@nordkurier.de

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