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An der Bruchstraße steht noch jede Menge Bruch

VonMarlies Steffen

Mitten in der Residenzstadt sieht es ziemlich übel aus. Und es steht nicht fest, wie lange das noch so bleibt. Ein Konzept soll aber noch in diesem Jahr öffentlich diskutiert werden.

Neustrelitz.Schön ist was anderes, wertvoll auch und aufgeräumt präsentiert sich dieses Stück Residenzstadt schon gar nicht. Eher sieht es abbruchreif aus: Die Ecke Bruchstraße/Milowsgang inmitten der Neustrelitzer Innenstadt präsentiert sich schon lange alles andere als vorzeigbar. Das Eckhaus, auf dem immer noch die alten Antennen aus DDR-Zeiten gefährlich wackeln, steht bestimmt schon zehn Jahre leer. Zudem gilt es wegen des schwierigen Baugrunds unter der Bruchstraße als nur noch abrissreif. Die Garagen auf dem rückwärtigen Gelände wirken nicht minder aus der Zeit gefallen. Jede Menge Müll hat sich außerdem angesammelt. Wer in der Nachbarschaft aus dem Fenster auf dieses marode Sammelsurium schauen muss, dürfte diesen Ausblick alles andere als genießen.
Immerhin, im Neustrelitzer Rathaus wird zurzeit an der Fortschreibung des Stadtteilkonzeptes gearbeitet. Darin soll der genannte Bereich als Umstrukturierungsbereich aufgenommen werden, bestätigte Rathaussprecherin Petra Ludewig. Die Stadt möchte an der Ecke Milowsgang/Bruchstraße eine Bebauung erhalten, wohl aber nicht mit dem jetzigen Gebäude. Vor einer künftigen Entwicklung müsse zudem geklärt werden, was aus den Garagen werden soll und inwiefern Alternativen angeboten werden können, hieß es.
Wann genau die ersten Überlegungen für die Zukunft des Areals in die Öffentlichkeit kommen, steht aber noch nicht fest. Es soll noch in diesem Jahr passieren, hieß es aus dem Rathaus. Im Herbst beginnen auch die Sanierungsarbeiten für den Parkplatz Ecke Milowsgang Bruchstraße. Für das Mehrfamilienhaus an der Ecke zur Glambecker Nebenstraße gibt es Nordkurier-Informationen zufolge einen Interessenten, der das Gebäude sanieren möchte.
Rein zufällig traf der Nordkurier gestern beim Fotografieren im Milowsgang auf Eveline Gherbel-Naumann. Die Berlinerin war zu einem kurzen Besuch nach Neustrelitz gekommen, um die Wohnstätte ihrer Großeltern, die sich ebenfalls an der Ecke Milowsgang/Glambecker Nebenstraße befand, zu besichtigen. Enttäuscht musste sie feststellen, dass das Wohnhaus der Großeltern gar nicht mehr steht. „Dass es abgerissen wurde, wusste ich nicht“, sagte der Gast aus Berlin. Eveline Gherbel-Naumann hat noch viele Erinnerungen an ihre Neustrelitz-Besuche in dem Viertel. So an den Bäcker, der sich in dem Haus befand, das jetzt von einem privaten Investor saniert werden soll. Sie habe hier vor Jahrzehnten schöne Tage verbracht, berichtete sie. Ihr Großvater sei beim Großherzog angestellt gewesen.

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m.steffen@nordkurier.de

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