Nordkurier.de

Anstoß für das Leben: 15 Insassen sind dabei

Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung für das Projekt der Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußballbundes „Anstoß für ein neues Leben“ in der Jugendanstalt absolvierte die „Anstoßmannschaft“ eine Trainingseinheit.  FOTOs: Matthias Schütt
Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung für das Projekt der Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußballbundes „Anstoß für ein neues Leben“ in der Jugendanstalt absolvierte die „Anstoßmannschaft“ eine Trainingseinheit. FOTOs: Matthias Schütt

VonMatthias Schütt

In der Neustrelitzer Justizanstalt wurde ein neues Projekt gestartet. Der Drittligist FC Hansa Rostock ist einer der Partner. Vater der Initiative ist die Sepp-
Herberger-Stiftung des DFB.

Neustrelitz.„Anstoß für ein neues Leben – Mit dem Fußball zurück in die Gesellschaft“ heißt ein neues Projekt, für das in dieser Woche der Auftakt in der Jugendanstalt (JA) Neustrelitz gegeben wurde. In den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen hat sich das Projekt bereits etabliert.
Es läuft bundesweit seit dem Jahr 2008 und wurde durch die Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußballbundes ins Leben gerufen. Nun soll die Resozialisierungsinitiative auch in Mecklenburg-Vorpommern Früchte tragen.
In Neustrelitz sind
15 männliche Strafgefangene zwischen 16 und 24 Jahren dabei. Den Projektteilnehmern stehen in den Kategorien Fußball, Arbeit/Beruf und Soziales Fortbildungsangebote zur Verfügung. Dazu zählen Trainer- und Schiedsrichter-Ausbildungen sowie Bewerber- und Anti-Gewalt-Trainings. Über das wöchentliche Fußballtraining hinaus wird es regelmäßige Fortbildungen aus diesen drei Bereichen geben, heißt es seitens der Stiftung.
Zum Projektanstoß kamen zahlreiche Gäste nach Neustrelitz, darunter Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) und der Vizepräsident des Landesfußballverbandes, Deltef Müller. An einer Podiumsdiskussion nahmen die Hansa-Spieler Sebastian Pelzer und Kevin Müller teil, die sich Fragen der jungen Inhaftierten stellten und auch Autogrammwünsche erfüllten. Zum Ende der Veranstaltung konnten sich dann alle zusammen ein Bild vom Training der „Anstoßfußballer“ machen, die mit dem Strelitzer Coach Ingo Böttcher am Ball waren. Die Jugendanstalt wird nicht zum ersten Mal von der Herberger-Stiftung bedacht. Vor einigen Wochen wurde die Anstaltsmannschaft der JA, der FC Neustrelitz 07, mit der Sepp Herberger-Urkunde im Bereich Resozialisierung ausgezeichnet.
Das Engagement im Strafvollzug ist die älteste Säule der Arbeit bei der Sepp-Herberger-Stiftung. Namenspatron Sepp Herberger (1897 bis 1977) besuchte zu Lebzeiten zahlreiche Haftanstalten, oft wurde er dabei von Nationalmannschaftskapitätn Fritz Walter aus Kaiserslautern begleitet. Nach dem Tod von Herberger engagierte sich Fritz Walter weiter als Botschafter für die Stiftung.
Von Sepp Herrberger schließlich stammt nicht nur der Spruch „Der Ball ist rund und das Spiel hat 90 Minuten“. Der legendäre Fußballlehrer formulierte einst auch den wichtigen Satz: „Wer oben ist, darf unten nicht vergessen“.

Kontakt zum Autor
red-neustrelitz@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×