Wo ist mein neues Herrchen oder Frauchen?, scheint Barney zu denken. Der elf Monate alte Hund ist gerade im Tierheim Neustrelitz abgegeben worden. FOTO: Marlies Steffen
Von unserem Redaktionsmitglied Marlies Steffen
Das Tierheim in Neustrelitz platzt gerade nicht aus allen Nähten. Aber Sorgenfalten gibt es trotzdem.
Neustrelitz.Barney ist wieder ein Zuhause zu gönnen. Ein Zuhause, in dem Herrchen und Frauchen den elf Monate alten Pyrenäen-Berghund mit dem weißen Fell wirklich gern haben. Ein Zuhause, wo die Besitzer auch mit einem Tier umgehen können. Der verspielte Barney ist der jüngste Neuzugang im Neustrelitzer Tierheim. Dr. Heidi Dieffenbacher, die Vorsitzende des Neustrelitzer Tierschutzvereins, hat keine Sorge, dass der Vierbeiner schnell wieder vermittelt werden kann. Mit anderen Hunden sieht es da anders aus. Mit dem blinden Bruno und Opi, einem 18-jährigen Rüden, beispielsweise. Die bekommen ihr Gnadenbrot im Tierheim. Derzeit bevölkern 19 Hunde die Zwinger, davon 15 große. Die kleinen zu vermitteln, sei nicht das Problem, sagt die Tierschützerin. Die großen machen die Sorgen. Sorgen macht der Vereinsvorsitzenden auch die Unterstützung für den Verein. Vor allem ehrenamtliche Unterstützer sind dringend auf dem Gelände an der Rudower Nebenstraße willkommen. Gefragt sind Menschen, die gut mit Tieren umgehen können, die die Vierbeiner auch ausführen, die beim Füttern helfen. Es gibt derzeit den einen und den anderen, aber auf den Schultern der beiden derzeitigen Stammkräfte lastet sehr viel Arbeit. Kathrin Erdmann und Anja Letzel ackern und ackern und kommen manchmal an den Rand ihrer Kräfte. Im April erwartet der Verein wieder zwei Ein-Euro-Jobber. Die werden auch genug Arbeit vorfinden, Hauptsache, sie kommen auch damit klar, meint Heidi Dieffenbacher. Im vergangenen Jahr hat der Verein 119 Hunde aufgenommen. 89 konnten vermittelt werden. Die meisten Tiere stammten aus Neustrelitz: 54, meistens Fundhunde. Wer sich ein Tier nicht mehr leisten kann, scheut oft nicht davor zurück, den Vierbeiner irgendwo im Wald oder auf einem Parkplatz auszusetzen. Das ist sehr bitter, sagt die Tierschützerin. 150 Euro seien zu zahlen, wenn man den Hund auf legalem Weg im Tierheim abgeben würde. Das Geld hätten viele nicht, manche wollen es auch nicht ausgeben. Doch nicht nur Hunde sind auf dem Gelände des Tierschutzvereins zu Hause. Heidi Dieffenbacher macht auch darauf aufmerksam, dass es im Stadtgebiet nach wie vor viele freilebende Katzen gibt. Die meisten seien nicht kastriert, so dass sie sich ungehemmt vermehren könnten. Positiv aufgenommen wurde im vorigen Jahr eine von der Stadt unterstützte Aktion in der Schlachthofstraße. Hier wurde durch eine Anwohnerin lange Zeit Katzen gefüttert. Es gab schon Beschwerden der Anwohner. Ein Großteil der Tiere konnte eingefangen, kastriert und wieder in die Freiheit entlassen werden. Aber das ist die Ausnahme, dass es gelingt, der freilebenden Samtpfoten habhaft zu werden.