Nordkurier.de

Badeanstalt: Abgespeckte Gegenidee

Spaziergänger balancieren auf den Mauerresten der alten Badeanstalt. Genau an diese Stelle soll ein neues Gebäude. Das findet ein Feldberger übertrieben und hat Ideen für eine kleinere Variante aufgeschrieben. [KT_CREDIT] FOTO: susanne böhm
Spaziergänger balancieren auf den Mauerresten der alten Badeanstalt. Genau an diese Stelle soll ein neues Gebäude. Das findet ein Feldberger übertrieben und hat Ideen für eine kleinere Variante aufgeschrieben. [KT_CREDIT] FOTO: susanne böhm

VonSusanne Böhm

Zu groß und zu klobig
wird das Feldberger Freibad, findet Peter Pfitzner.
Er hat eigene Vorschläge
zu Papier gebracht.
Sein Entwurf soll in den Entwicklungsausschuss.

Feldberg.Zu groß, zu klobig, zu teuer. Übertrieben findet Peter Pfitzner aus Feldberg die Pläne für die Badeanstalt, die auf dem Amtswerder gebaut werden soll. Der Inhaber einer kleinen Pension hat eigene Ideen zu Papier gebracht. Ihm schwebt ein weitgehend naturbelassenes Freibad vor – ohne großes Gebäude.
Der Gedanke, auf demFundament der ehemaligen Badeanstalt die neue zu bauen, sollte aufgegeben werden, sagt Peter Pfitzner. Vom Badestrand bleibt seinerMeinung nach nicht viel übrig, wenn so nah am Wasser gebaut wird. Auch würde der Seeblick versperrt. Stattdessen solle das alte Vereinshaus, das ein paar Meter weiter vom Ufer entfernt steht, abgerissen werden, um auf diesem Standort ein modernes Haus bauen zu können. Hinein sollen Umkleideräume, Toiletten, ein Aufenthaltsraum für Rettungsschwimmer und ein Wartungsraum für Geräte. Näher ans Ufer und ins Flachwasser gehören nach Auffassung von Peter Pfitzner ein Nichtschwimmerbecken mit Rutsche, ein Sprungturm, ein Wachturm für Rettungsschwimmer, zwei Liegewiesen, Fitnessgeräte, Kneipp-Vorrichtungen und ein Liegestuhlverleih in einem vorhandenen Häuschen von der Größe einer Gartenlaube.
Entlang des Fundamentes schwebt Pfitzner eine Sichtschutz-Hecke vor. Auf dem Fundament sieht er „strandkorbähnliche Sitzgelegenheiten“ und Schließfächer.

„Der Strand soll
nicht zugebaut werden“
Die gastronomische Versorgung können nach Peter Pfitzners Vorstellung die Gaststätten übernehmen, die in der Nähe angesiedelt und mit ein paar Schritten erreichbar sind. Eventuell sei ein Kiosk denkbar. Der bestehende Spielplatz könne erweitert werden, zum Beispiel um einen Segway-Parcours.
Ein Betreiber, so Peter Pfitzners Hypothese, ist nicht notwendig. Das Objekt könne zum Beispiel über eine geringfügige Beschäftigung betreut werden. „Mir geht es darum, dass der Strand nicht zugebaut wird und dass sich Kinder wohlfühlen“, sagt Peter Pfitzner. „Der Strand ist schön. Man sollte ihn weitgehend so lassen und ihn pflegen. Ein so riesiges Gebäude brauchen wir einfach nicht.“
Peter Pfitzners Vorschlag wird Thema bei der nächsten Sitzung des Entwicklungsausschusses am 4. Juni, kündigt Bürgermeisterin Constance Lindheimer (SPD) an. Bereits bei der vergangenen Sitzung des Ausschusses hatten Mitglieder des Unternehmernetzwerks „17zwo58“ ihren Konzept-Entwurf vorgestellt. Dieser orientiert sich an einem Neubau auf dem Fundament und sieht unter anderem ein Café und einen Imbiss vor.
Der Unternehmerverband wünscht Thomas Pfitzner als Betreiber, einen Neffen Peter Pfitzners. Der Ausschuss hat beschlossen, den Entwurf der Gemeindevertretung zu empfehlen (der Nordkurier berichtete).
Peter Pfitzner fühlt sich übergangen. Zwar lag sein Entwurf den Ausschussmitgliedern schriftlich vor, wurde aber nicht gesondert präsentiert, und abgestimmt wurde über ihn auch nicht. Peter Pfitzner selbst war bei der Sitzung nicht zugegen, weil er erst von ihr erfuhr, als sie schon vorbei war.
Die Verwaltung hatte es versäumt, die Sitzung öffentlich bekannt zu geben, erklärt Bürgermeisterin Constance Lindheimer. Seit Beginn der Diskussion um die Badeanstalt bezieht die Gemeinde konsequent die Öffentlichkeit ein. Das Projekt war Thema eines öffentlichen Workshops und in öffentlichen Sitzungen. Es sei bedauerlich, dass die Bekanntgabe der jüngstenAusschuss-Sitzung vergessen wurde, der Fehler werde aber bereinigt, so Constance Lindheimer.
Das Vorhaben werde nach jetzigem Stand der Dinge voraussichtlich zu 90 Prozent gefördert. Die Gemeinde bemühe sich weiter um eine hundertprozentige Förderung.

Kontakt zur Autorin
s.boehm@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×