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Baracke ist bald weg

Mitarbeiter der 3S-Gesellschaft für Abriss und Recycling entsorgen gesundheitsschädliches Dämmmaterial in der ehemaligen Kita in Woldegk. Die Baracke wird abgerissen. In vier Wochen ist nichts mehr von dem 60 Jahre alten Haus übrig. [KT_CREDIT] FOTOs: Susanne Böhm
Mitarbeiter der 3S-Gesellschaft für Abriss und Recycling entsorgen gesundheitsschädliches Dämmmaterial in der ehemaligen Kita in Woldegk. Die Baracke wird abgerissen. In vier Wochen ist nichts mehr von dem 60 Jahre alten Haus übrig. [KT_CREDIT] FOTOs: Susanne Böhm

VonSusanne Böhm

In wenigen Tagen wird
das ehemalige Kita-Gebäude am Woldegker Gotteskamp verschwunden sein. Abrissprofis zerlegen
das 60 Jahre alte Haus
in seine Bestandteile.

Woldegk.Innen ziehen Männer Dämmstoff aus der Decke. Vom Dach reißen sie Teerpappe herunter. Im Vorgarten liegt ein Berg aus Spülkästen, Plastikrohren und Toilettendeckeln. Die ehemalige Bummi-Kita in Woldegk wird in ihre Bestandteile zerlegt. Mitarbeiter der 3S-Gesellschaft für Abriss und Recycling aus Schwedt reißen die Baracke ab. Die Kinder sind ins kombinierte Grundschul-Kita-Gebäude nebenan umgezogen. Jetzt wird der mehr als 60 Jahre alte Flachbau nicht länger gebraucht.
In Schutzanzügen und mit Sicherungsseilen waren Vorarbeiter Steffen Hohnke und seine Kollegen in dieser Woche an der Arbeit. Sie befinden sich in Phase eins des Rückbaus: der Entkernung mit Schadstoffsanierung.
GesundheitsschädlicheMaterialien wie Mineralwolle und Dachpappe entfernen sie akribisch aus dem Mauerwerk und vom Dach. Türen, Fenster, Fußbodenbeläge, Fußleisten, Toiletten, Waschbecken und Rohre werdenabmontiert und ausgebaut. Holz, Glas und Kunststoff –jedes Einzelteil wird nach draußen getragen, sortiert und fachgerecht entsorgt.Alles in Handarbeit.
„Wir machen so lange, bis nur noch die Mauern und
das Holzdachgerüst stehen“, erklärt Steffen Hohnke.Dann folgt Phase zwei: Mit einem Bagger wird das Gemäuerabgetragen. In ungefähr vier Wochen ist von der Kita nichts mehr übrig.

Der Demontage-Trupp muss improvisieren
Für die Abrissprofis aus der Uckermark ist der Auftrag Routine. „Keine Schwierigkeiten“, sagt Steffen Hohnke. Bis auf die Platzverhältnisse. Das Grundstück ist klein, bietet kaum Lagerfläche. Große Schrottcontainer können nicht aufgestellt werden, darum liegt das Abbruchmaterial rings ums Haus verteilt. Der Demontage-Trupp improvisiert. „Normalerweise sieht das bei uns nicht so aus“, betont der Vorarbeiter. Aber bald wird aufgeräumt. In der nächsten Woche wird der Anbau abgerissen. Danach ist Platz für Container.
Die Kinder sind derweil in ihrem neuen Domizil direkt nebenan gut aufgehoben. Neugierig verfolgen sie durch den Bauzaun, wie ihre alte Tagesstätte Stück für Stück verschwindet.
Das Objekt war ursprünglich nicht als Kindergarten konzipiert, weiß Stadt-Chronist Karl Mietzner. „Das wurde um 1950 gebaut, als Unterkunft für die Bauleute, die zur selben Zeit die Schule gebauthaben.“ Danach diente das Haus vielerlei Zwecken, berichtet Kita-Leiterin Annemarie Feierke. Mal war es Grundschule, mal Sonderschule, mal Hort, Bücherei oder Niederlassung des Frauenbundes. Erst ab 1996 war es fast ausschließlich Kita. Nun ist es bald weg.

Kontakt zur Autorin
s.boehm@nordkurier.de

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