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Beschwingte Bilder wie ein Bossa Nova und französische Chansons

VonSilke Voß

Eine Einladung zu Gartenlust im Park von Marihn und zu Sommerfreuden im „Kleinen Meer“

Marihn/Beckenkrug.Es sind die Themen der französischen Impressionisten: Parks, das Flanieren, Pferdelust, das gepflegte Baden. sonnige Lichtreflexe auf üppigen Hüten, Spitzen-Schirmen, ausladenden Kleidern. Die Maler führten diese Kunst in die Moderne zu der Zeit, als auch die Fotografie sich etablierte. Daniela Friederike Lüers aber bleibt nicht im Damals stehen, wenn sie die Impressionen dieser Licht- -Schatten-Malerei wieder aufnimmt. Sie kehrt sie ins Moderne und bleibt sich dabei selbst treu: In Riesenformaten, flottem hingetupftem Pinselstrich, pastelligen Tönen. Durch die Technik des Aufhellens sonnenbeschienener Flächen statt die Schatten dunkel zu tönen wirken die Bilder wie Negative alter Fotografien – die Daniela Lüers übrigens aus ihrem Familienalbum genommen hat. Dabei könnten diese gartenlustwandelnden Damen, die dem Betrachter den Rücken kehren und aus dem Bild flanieren, jedermanns Urgroßmütter gewesen sein.
Dies sei denn auch „ein Spiel mit der kollektiven Erinnerung“, erklärt Lüers. Das fast Monochrome der sparsam eingesetzten Farbe wirkt wie verblichen, das Vergangene huscht wie flüchtig vorbei – als eine Erinnerung. Geometrische Farbmuster in bonbonigen Eisfarben nehmen diese Coloration wieder auf und führen sie ins Heute fort.
Gartenlust und Pferde passen zu „Kunst offen“ hervorragend in den Garten von Marihn, wo zudem die barocke Ostsee-Quadrille das Auge erfreut. Ihre „Sommerfreuden“ sind im „Kleinen Meer“ Waren zu erleben.
Pfingstsamstag zur Kaffeezeit stellt Daniela Lüers sie vor – zu Musik, die sie beim Malen ihrer Werke hörte. Und die sehen ganz nach Jazz, Bossa, Swing und französischen Chansons aus.

Kontakt zur Autorin
s.voss@nordkurier.de

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