Nordkurier.de

Dalmsdorfer Firma liefert bis nach China

Danny Hollnagel arbeitet seit zwei Jahren bei der WTF-Galvanotechnik in Dalmsdorf als Schweißer. Zurzeit fertigt er Edelstahl-  teile, die später den Unterbau von BMW-Fahrzeugen bilden werden.  FOTO: Franziska Gerhardt
Danny Hollnagel arbeitet seit zwei Jahren bei der WTF-Galvanotechnik in Dalmsdorf als Schweißer. Zurzeit fertigt er Edelstahl- teile, die später den Unterbau von BMW-Fahrzeugen bilden werden. FOTO: Franziska Gerhardt

VonFranziska Gerhardt

Die Firma WTF-Galvanotech- nik Folien für den Airbus, bietet technischen Service an und hat sich auch international einen Namen gemacht. Unterneh-
mer Wolf-Thilo Fortak hat den Betrieb im Jahre 1991 gegründet.

Dalmsdorf.Angefangen hat alles mit einem Ferienhaus in Krienke. „Wir wohnten nach der Wende erst in Berlin, dann habe ich einen Job in Essen angenommen“, erinnert sich der Chemieingenieur Wolf-Thilo Fortak. „Wir wollten immer zurück hierher, und schnell wurde klar, dass das nur mit einem eigenen Unternehmen gehen würde.“ So gründete er im November 1991 die WTF-Galvanotechnik in Dalmsdorf, die zunächst nur eine kleine Werkstatt mit einem Schlosser war. Am Wochenende wohnten der Unternehmer und seine Frau in besagtem Ferienhaus, unter der Woche arbeiteten beide Vollzeit in Essen. Vier Jahre lang hielten sie dieses hohe Pensum durch, sechs Stunden Autofahrt für eine Tour inklusive. Dann begann sich die Arbeit langsam zu rentieren, und 1995 zogen die Fortaks ganz nach Krienke. Inzwischen haben sie dort auch angebaut.

Patent für großflächige
Folien für den Airbus
Die Firma spezialisierte sich auf Industrieberatung und auf den technischen Service für die Galvanotechnik und bietet Gestell-, Anlagenbau und Umwelttechnikleistungen an. Der Einstieg in die Flugzeugindustrie gelang mit einem Patent für die Galvanisierung großflächiger Folien, die sich dann als Außenhaut um den Airbus A380 legt und diesem beim Flug viel Sprit spart. Die Mitarbeiter der WTF-Galvanotechnik haben Anlagen in Deutschland und Spanien dahin gehend umgebaut, dass dort eine spezielle Aluminiumlegierung für die Flugzeuge gelingt. Auch in der Automobilindustrie ist das Unternehmen vertreten: So fertigt Schweißer Danny Hollnagel, der seit zwei Jahren bei der Firma arbeitet, zurzeit Edelstahl-Teile, die später den Unterbau von BMW-Fahrzeugen bilden werden.
„Da unser Unternehmen sowohl Gestellbau als auch Anlagetechnik anbietet, sind wir relativ krisensicher“, erklärt GeschäftsführerWolf-Thilo Fortak. Auch international hat sich WTF, die nach den Initialen des Geschäftsführers benannt wurden, inzwischen einen Namen gemacht: Geliefert wird in den gesamten europäischen Raum sowie bis nach China und in die Türkei. Im Jahre 2012 lag der Umsatz bei 3,5 Millionen Euro, dieses Jahr werden es bereits fünf bis sechs Millionen Euro sei.
Gestern besuchte der Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg (CDU) die Firma. „Es ist immer wieder erfreulich, wie viele kreative und erfolgreiche Unternehmen in unserer Region heimisch sind. Auch wenn wir kein Industrieland sind, gibt es hier herausragende Unternehmen mit großem Know-how“, so Rehberg.

Kontakt zur Autorin
f.gerhardt@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×