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„Dat ick gesund bliew!“

Betty Rossow hat gestern im AWO-Altenpflegeheim „Am Zierker See“ in Neustrelitz mit vielen Gästen ihren 100. Geburtstag gefeiert.  FOTO: Franziska Gerhardt
Betty Rossow hat gestern im AWO-Altenpflegeheim „Am Zierker See“ in Neustrelitz mit vielen Gästen ihren 100. Geburtstag gefeiert. FOTO: Franziska Gerhardt

VonFranziska Gerhardt

Betty Rossow hat gestern ihren 100. Geburtstag im AWO-Altenpflegeheim „Am Zierker See“ in Neustrelitz begangen. Schon ihr Leben lang hat sie gern gefeiert und getanzt.

Neustrelitz.Zu ihrem 100. Geburtstag hat Betty Rossow eigentlich nur einen Wunsch: „Dat ick gesund bliew!“, sagt sie auf Plattdeutsch. Gefeiert hat sie gestern mit vielen Gästen im Neustrelitzer AWO-Altenpflegeheim, wo sie seit sieben Jahren lebt.
Betty Rossow wurde 1913 in Welzin im damaligen Landkreis Parchim als jüngstes von drei Kindern geboren. Ihre Eltern arbeiteten beim Bauern und hatten kaum Zeit für die Kinder, auch Spielzeug gab es kaum. An ihre Einschulung 1920 erinnert sich Betty Rossow noch gut – sie bekam eine Zuckertüte, über die sie sich sehr freute, obwohl sie nur klein war. Die Prügelstrafe habe es in ihrer Schule nicht mehr gegeben, aber die Lehrer hätten den Kinder oft so heftig die Ohren lang gezogen, dass diese sich entzündeten oder bluteten, berichtet die Hundertjährige.
Bereits als Kind ging Betty Rossow in ein Gasthaus zum Putzen, nach dem Ende der Schulzeit arbeitete sie dann bei einem Bauern. Dort sei es anstrengend gewesen, aber die Versorgung der Tiere und das Helfen bei der Ernte habe ihr auch viel Freude bereitet, erinnert sie sich. Später in ihrem Leben war Betty Rossow auch als Torfstecherin und in einer Zuckerfabrik tätig. Sie war verheiratet, hatte aber keine Kinder. Ihr Ehemann verstarb 1955, danach wollte sie nicht mehr heiraten.
Ihr Leben lang hat Betty Rossow immer gern gefeiert und getanzt. Vom Erntefest bis zu Betriebs- und Faschingsfeiern war sie überall dabei, und das oft bis in die frühen Morgenstunden. Zur Arbeit am nächsten Morgen ging sie aber trotzdem pünktlich. „Wer feiern kann, kann auch arbeiten“, war ihre Devise.

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f.gerhardt@nordkurier.de

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