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Dresdner Bildhauer glänzen in Neustrelitz

VonAnke Goetsch

Plastiken in der Schlosskirche spiegeln viele menschliche Facetten wieder. Es ist Kunst von hoher Qualität zu sehen.

Neustrelitz.Seit mehr als einem Jahrzehnt wird in der Neustrelitzer Schlosskirche Kunst von hoher Qualität geboten, und auch mit der nunmehr 33.Ausstellung im
13. Ausstellungsjahr ist ein Glanzpunkt geschaffen worden, sagte Bürgermeister Andreas Grund bei der Ausstellungseröffnung „Dresdner Bildhauer“ in der Plastikgalerie der Residenzstadt.
Nach dem Erfolg der „Meister der Burg Giebichenstein“ haben sich die Kuratoren wieder für eine Stadt entschieden, die für die Bildhauerei große Bedeutung hat, für Dresden. Gezeigt werden Arbeiten von Walter Arnold (1909 – 1979), Helmut Heinze (geboren 1932), Hans Steger (1907 – 1968) und Peter Makolies (Jahrgang 1936). Drei von ihnen (Arnold, Heinze, Steger) waren an der Dresdner Kunstakademie, der späteren Hochschule für Bildende Künste, tätig und beeinflussten nachfolgende Künstlergenerationen.
Von Walter Arnold werden frühe Arbeiten aus den Jahren 1945 bis 1950 gezeigt, so die Statuette einer Tänzerin, die von einem künstlerischem Neubeginn nach Krieg und Gefangenschaft kündet, und zwei spätere Arbeiten. Dazu gehört die Plastik „Die Geschlagene“, entstanden nach dem Ende des Vietnamkrieges und bis heute „von beklemmender Aktualität“, wie Kunsthistoriker Raimund Hoffmann erklärte.
Hans Steger wirkte seit 1954 als Professor an der Hochschule für Bildende Künste, für sein Schaffen war die Gestaltung der menschlichen Figur bedeutsam, er gilt aber auch als Meister des Bildnisses.
Helmut Heinze, seit Jahren der Plastikgalerie verbunden, war wie der Sohn von Hans Steger und wie Christian Schanze-Arnold zur Ausstellungseröffnung nach Neustrelitz gekommen. Von ihm sind unter anderem in Kopie und Modell die Figurengruppe „Chor der Überlebenden“ zu sehen, die der Künstler für die Kathedrale der von den Nazis zerbombten englischen Stadt Coventry schuf, einer Partnerstadt Dresdens im Gedenken an die Toten und Überlebenden.
Der vierte Künstler in der Schau ist Peter Makolies, der als Steinbildhauer keine klassische künstlerische Ausbildung durchlaufen hat, aber eine Affinität zu Mecklenburg-Vorpommern hat. Er hat seinen Sommersitz auf Usedom, wo viele seiner Arbeiten aus Usedomer Feldsteinen entstehen. „Trotz der Schwere des Materials bestechen seine Arbeiten durch die Leichtigkeit der Form“, erklärte Raimund Hoffmann.
Die Ausstellung „Dresdner Bildhauer“ ist bis zum 7. Juli, Dienstag bis Sonntag von 11bis 18 Uhr zu sehen.

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