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Einzigartige Brücke wird aufgemöbelt

Dachdecker Torsten Zinnbehl (links) und Zimmerer Nico Luchterhand haben wohl gerade einen der schönsten Arbeitsplätze der Region auf dem Dach der Hausbrücke Ahrensberg.  FOTOs: T. Lemke
Dachdecker Torsten Zinnbehl (links) und Zimmerer Nico Luchterhand haben wohl gerade einen der schönsten Arbeitsplätze der Region auf dem Dach der Hausbrücke Ahrensberg. FOTOs: T. Lemke

VonTobias Lemke

Oben wird gewerkelt, unten geschippert. Die Fluß- querung bei Ahrensberg hat ein Fachwerk und ein Dach. Beides wird jetzt umfassend saniert.

Ahrensberg.Noch müssen Stahlträger das denkmalgeschützte Bauwerk stützen. In wenigen Wochen jedoch soll sich das Fachwerk und das Dach der Flußquerung bei Ahrensberg wieder alleine tragen können. Denn die für die Region ungewöhnliche und in ganz MV einzigartige Brücke über die Havel-Wasserstraße zwischen Ahrensberg und Düsterförde wird dieser Tage restauriert.
Eine Rundumerneuerung hat die Hausbrücke auch nötig. „1995 sind bereits die Stahlträger zur Sicherung eingebaut worden“, erklärt Peter Altenburg vom Bauamt der Mecklenburgischen Kleinseenplatte. Das habe damals ein drohendes Versagen der Gesamtkonstruktion verhindert. Über die Jahrzehnte hatten nämlich zu hohe Lastenüberfahrten oder auch Kollisionen mit Balken die Brücke beschädigt. Dazu kommt der normale Materialverschleiß an dem Bauwerk von 1928. Instandsetzungsziel sei jetzt eine Wiederherstellung der ursprünglichen Konstruktion bei weitestgehender Nutzung der vorhandenen Bauteile, insbesondere der charakteristischen Holzteile, heißt es aus dem Bauamt.
„Das ist schon eine besonders schöne Baustelle“, meinen die Handwerker einstimmig. Seit Anfang April haben sie das Tragwerk der Brücke erneuert. „Da sind wir nun bei den letzten Arbeitsschritten dabei“, erklärt Torsten Grune von der Zimmerei Balasai. Als Nächstes werde das Dach und die Schalung der Außenwände in Angriff genommen. Auch wenn die Handwerker dort rackern müssen, wo andere Urlaub machen, sind sie mit Freude am Werk. „Von den Bootsfahrern grüßt eigentlich jeder, der unter uns entlang schippert“, sagt Zimmerer Nico Luchterhand vom Dach herunter.
Die Sanierung der Ahrensberger Hausbrücke kostet rund 280000 Euro. Etwa 160000 Euro steuert der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte bei, den Rest bringt die Stadt Wesenberg auf. „Als Kommune sind wir in der Pflicht, dieses einzigartige Denkmal zu erhalten“, erklärt Wesenbergs Bürgermeister Helmut Hamp. Im Juli soll die Sanierung von Fachwerk und Dachkonstruktion abgeschlossen werden. In einem zweiten Bauabschnitt ab September werden die Widerlager und die Fahrbahn der Brücke erneuert. Dabei bleibt die Durchfahrt auf 2,50 Meter begrenzt, auch wenn die Stahlträger von der Sicherungskonstruktion am Ende wieder ausgebaut werden.

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