Februar 18, 2012
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Energie/Rohstoffe von Redaktion

Energien zum Vorzeigen

Gemeinsam mit Andreas Grund und Falk Roloff-Ahrend geleitete Olaf Schätzchen (von links) die Gäste durch die Einrichtungen.  FOTO: Sz
Gemeinsam mit Andreas Grund und Falk Roloff-Ahrend geleitete Olaf Schätzchen (von links) die Gäste durch die Einrichtungen. FOTO: Sz
Von unserem Redaktionsmitglied
Susanne Schulz

Partner eines internationalen Netzwerks interessieren sich für Neustrelitzer Einrichtungen.

Neustrelitz.Ganz vorn könnte Mecklenburg-Vorpommern dabei sein bei dem Netzwerkprojekt „Intelligente Energie in Europa“ (IEE), dessen internationale Partner gestern das Biomasseheizkraftwerk und das entstehende Landeszentrum für erneuerbare Energie (Leea) in Neustrelitz besuchten: Der Bioenergieregion Mecklenburgische Seenplatte werde die Federführung zugetraut bei dem geplanten Förderantrag, der im Mai auf den Weg gebracht werden soll, sagte der Projektbeauftragte Olaf Schätzchen, Inhaber des Rostocker Büros „energiegewinn“. Nachdem am Vortag mit Beteiligten aus Österreich, Dänemark, Finnland und Norwegen der Start vollzogen worden war, besuchte er mit den internationalen Gästen die Neustrelitzer Vorzeige-Einrichtungen.
Mit weiteren Partnern in Europa Kontakte knüpfen zu können, freute sich der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund (PuLS), der in seinen Begrüßungsworten auf die Städtepartnerschaften der Residenzstadt verwies – etwa mit dem russischen Tschaikowski, dessen Gründung letztlich dem Standort eines Wasserkraftwerks zu danken ist. Grund beschrieb auch das Leitbild der Stadt, deren Rolle als eine der Gewinnerkommunen im Bundeswettbewerb der Bioenergieregionen und das Bemühen, für den neuen Großkreis ein Energiekonzept zu entwickeln.
Für die 2009 ins Leben gerufene Arge-Initiative Bioenergieregion Mecklenburgische Seenplatte sei die erste Arbeitsphase fast abgeschlossen, erklärte Projektleiter Falk Roloff-Ahrend. Es sei gelungen, in der Region ein Netzwerk zu etablieren, Projekte anzustoßen und die Menschen für erneuerbare Energien zu interessieren.
Dem Besuch im Biomasseheizkraftwerk, wo täglich 250 bis 300 Tonnen Holzhackschnitzel verarbeitet werden, schloss sich auf der Leea-Baustelle ein Eindruck dessen an, was Roloff-Ahrend als „Energie zum Anfassen“ beschreibt: Die äußere Hülle soll im ersten Halbjahr fertig sein; bis Jahresende sollen die Leea-Akademie für Aus- und Weiterbildung sowie die Leistungsschau einheimischer Unternehmen eingeweiht werden. Geplant sind überdies eine „Erlebniswelt“ zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Energieerzeugung sowie ein Energielabor. Ein Fünftel seines Strombedarfs werde das durch die Neustrelitzer Stadtwerke realisierte Bauwerk aus eigenen Photovoltaik-Anlagen gewinnen und zu 100 Prozent von erneuerbaren Energien „leben“.
Für das Förderprogramm IEE, als dessen mecklenburgischer Koordinator die von Bollewicks Bürgermeister Bertold Meyer geleitete Akademie für nachhaltige Entwicklung auftritt, soll bis Mai die Dimension des internationalen Antrags abgestimmt werden. Je nach Leistungsvermögen der einzelnen Partner gehe es um 750000 bis eine Million Euro, sagte Schätzchen. „Das ist eine Herausforderung, die, wenn sie gelingt, großen politischen Widerhall finden wird.“ Bisher gebe es nur wenige europaweite Projekte dieser Art – und noch keines mit einem „Leadpartner“ aus Mecklenburg.
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