Feldbergs Haussee ist trüb, aber sauber

VonSusanne Böhm

Kalk färbt das Wasser manchmal weißlich.
Die Nährstoffe aber
sind stark zurückgegangen.

Feldberg.Auch wenn es nicht immer so aussieht – die Wasserqualität des Feldberger Haussees entwickelt sich langsam, aber stetig zum Positiven. Darüber informierte jetzt Peter Kasprzak vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Neuglobsow.
Zwei Jahre, nachdem der See mit Aluminiumchlorid behandelt wurde, ist er nicht so klar, wie es Beteiligte und Beobachter erhofft hatten, dennoch ist das Wasser sauber, betont der Biologe. Die milchig-weiße Trübung, die nach wie vor von Zeit
zu Zeit auftritt, sei ein normaler biochemischer Vorgang, und auch der werde nachlassen.
Peter Kasprzak erklärt den Prozess wie folgt: So wie injedem Hartwassersee gibt es auch im Feldberger Haussee Kalkkristalle in Massen. In großen Teilen des Jahres ist der Kalk im Wasser gelöst, unsichtbar, das Wasser ist klar. In Zeiten aber, in denen die im Wasser treibenden Algen verstärkt Fotosynthese betreiben, produzieren sie viel Kohlendioxid. Dieses wiederum verhindert, dass der Kalk sich auflöst. Er „fällt aus“, wie Peter Kasprzak sagt, und trübt das Wasser. Es sei jedoch zu erwarten, dass die Algen und damit die Kalkausfällungen im Laufe der Zeit zurückgehen.
Algen nämlich benötigen Nährstoffe, und diese seien bei der Aluminiumfällung zu 85 Prozent aus dem Wasser entfernt worden. „Vor der Fällung hatten wir etwa 100 Mikrogramm Nährstoffe pro Liter, schon kurz danach waren es nur noch 15 Mikrogramm“, schilderte Peter
Kasprzak.
Dass trotz des Nährstoffmangels noch relativ viele
Algen gedeihen, sei eine Überraschung. „Damit hatten wir nicht gerechnet.“ Algen seien in der Lage, große Mengen Phosphor zu speichern und davon zu zehren. Offenbar sei genau das im Haussee
geschehen. „Wenn viele Nährstoffe da sind, speichern die Algen welche. Es kann me-
hrere Generationen dauern, bis der Phosphormangel so groß ist, dass die Algen eingehen.“ Peter Kasprzak fasst zusammen: „Die Nährstoffe sind schon zurückgegangen, jetzt müssen die Algen zurückgehen, dann ist der See klar.“
Zum Baden sei der Haussee bereits bestens geeignet. „ie Trübung ist allerhöchstens ein ästhetisches Problem, kein ökologisches. Der See ist sauber.“

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s.boehm@nordkurier.de

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